Vorige Woche (25.11. - 02.12.2009) hatten wir in Berlin die Tage des Russischen Films. Es wurden wieder neue Kinofilme gezeigt, in zwei Kinos. Ich sah mir den Film "Sauerstoff" ("Kislorod") im Haus der Russischen Kultur und Wissenschaften an. In der Nähe der Tür zum Kleinen Saal hingen Filmposter zu alten und neuen russischen Filmen. Das andere Kino war übrigens das Broadway Kino. Auftakt war wieder im "International".

Den Film "Sauerstoff" habe ich wahrgenommen als eine R(h)apsody auf die Gebote, die Brutalitäten und Widersprüchlichkeiten im Leben - und Leidenschaften. Der ungefähr 70 Minuten lange Film besteht aus mehreren Kapiteln. Aber die entsprechen nicht den zehn Geboten, so, wie ich das von Kieslowski in Erinnerung habe. Es fängt in einem Studio an. Mikrofon, Hocker, ein schwarzhaariges wuschelköpfiges Mädchen, das durch ihre schwarzrahmene Brille intellektuell wirkt, und ein schlanker kahlgeschorener junger Mann im T-Shirt, der mich an einen Protagonisten aus "Trainspotting" erinnert. Als er nun los-rapt, über sich selbst singt, wie er wahnsinnig in einem nicht voll zurechnungsfähigen Zustand tanzt, bekommt der Zuhörer die Bilder zum Text. Es ist wie Bilderbuch zu Musik angucken. Vidiotisierte Musik sozusagen [oh, vielleicht sollte ich mir den Begriff schützen lassen]. In welches Genre könnte man den Film einordnen?
[weiter lesen »]





















