Als Individualtourist mit Pkw oder Kleinbus nach Russland fahren - So geht´s

Nachdem 2008 die große Wirtschaftskrise ausgebrochen war, wurden in Russland die Einfuhrbedingungen für Autos verschärft, um die einheimische Produktion zu protektieren oder jedenfalls ausländische Autokonzerne dazu zu bewegen, eine Produktion in Russland aufzubauen. Die Einfuhrzölle wurden drastisch erhöht. Da war´s mit den Importieren von PKW für viele erst mal vorbei.
[Ergänzung, 23.2.2010: Jetzt, wo inzwischen die westlichen Autokonzerne Werke in Russland gebaut haben, haben die russischen Verbraucher mehr Auswahl beim Kauf eines neuen Wagens. Aber wenn sie sich nur einen gebrauchten leisten wollen ... da sind die neu in Russland produzierten Marken noch nicht alt genug zum Abgeben. Jetzt soll auch in Russland die Abwrackprämie eingeführt werden. 2009 ist der Absatz an PKW um rund 50 Prozent abgesackt. Der deutsche Wirtschaftsminister Brüderle, der sich gerade einen Dienstwagen bestellt hat, der nur noch 144 g/qcm CO2 ausstößt, gab an seine russische Kollegin Elvira Niabullina die Erfahrungen mit der Abwrackprämie (erste Bilanz der Abwrackprämie mit Stand August 2009 abrufbar unter http://www.bmu.de/verkehr/downloads/doc/44905.php) weiter, als sie sich vorige Woche trafen, las ich auf www.dasautoblog.com . Aber was den zu erwartenden Erfolg damit betrifft, da muss man auch sehen, dass die Arbeitslosigkeit in Russland deutlich stärker durch die Wirtschaftskrise zugenommen hat als Deutschland. Man wird sehen, was daraus wird.]
Ich möchte mal ein paar Informationen zusammen tragen zum Thema Autofahren nach oder innerhalb von Russland. Der Artikel kann auch als Checkliste dienen, für solche, die in Richtung Russland und Ukraine selbst Auto fahren wollen.
Anreise mit eigenem oder Firmen-Fahrzeug
Sie planen eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug oder Firmenfahrzeug (als Journalist, für eine Baufirma, ...)? Das ist mutig. Aber auch vernünftig?
Die wichtigsten Argumente dagegen habe ich hier zusammengestellt. Zugleich ist das eine Checkliste zur Planung Ihrer Reise mit einm Kraftfahrzeug. Einige Punkte sind nicht russlandspezifisch, sondern auf andere Länder übertragbar.
Die Nichtbeherrschung der russischen Sprache oder abgeschwächt, die nicht akzentfreie Beherrschung (wenn russisch nicht Ihre Muttersprache ist), fehlende Landeskenntnisse sind die ersten zu nennenden Gründe contra. Sie sind ein bisschen "blinder". Ungewollt könnten Sie gegen Regeln verstoßen.
Diebstahl
Was tun Sie gegen die abstrakte Gefahr eines Diebstahls Ihres Autos? Was sieht die Versicherung hierzu vor? Ein neues Auto ist
diebstahlsgefährdeter als eines mit älterem Baujahr. Mit einem russischen Modell sind Sie unauffälliger unterwegs.
Panne, Unfall, Reparaturwerkstatt, Autoclub
Wenn man mit seinem Auto unterwegs liegen bleibt, wird die Ersatzteilbeschaffung von der nächsten Reparaturwerkstatt aus schwieriger als bei uns, es sei denn man fährt einen russischen PKW. Notfalls halten Sie an der Straße ein Auto an und fragen, ob der Fahrer Ihnen die Telefonnummer einer nahen Werkstatt auf Ihrem Wege gibt (und ob er Sie dahin abschleppt).

Als ausländischer Verbraucher hat man wenig Chancen auf Durchsetzung von Rechten, die auf dem Papier stehen. Und wenn Sie einen Unfall mit einem Wirtschaftsboss oder einem Beamten haben, kann es Ihnen leicht passieren, dass Ihnen die Schuld zugeschoben wird; die nehmen nämlich für sich oft Privilegien im Straßenverkehr in Anspruch, drängeln, hupen aggressiv, haben vielleicht auch Blaulicht dabei, das sie missbrauchen. Diese Privilegierten werden bei Unfällen dann von Polizisten gedeckt. Finden Sie mal dann Zeugen, die zu Ihren Gunsten die Wahrheit sprechen! Hier gilt Ähnliches, was ich schon zu den Privilegien von Botschaftsmitarbeitern geschrieben habe. So gut es geht, denen lieber ausweichen! Zu erkennen sind sie oft an den fetten Luxuslimousinen oder hochwertigen Geländewagen.
Bei vermeintlichen Pannen anderer Verkehrsteilnehmer sollten Sie lieber nicht anhalten. Nehmen Sie sich vor Trickdiebstahl und Trickbetrug in Acht!
Ein Vorteil für Sie ist es, wenn Sie ihr Auto schon länger haben und was von der Kfz-Technik verstehen, wichtige Ersatzteile bei sich haben und fähig sind, sie einzubauen. Oder Sie fahren in einer Kolonne mit Gleichgesinnten ...
Ich habe Im Hause der Urania in Berlin mal den Diavortrag von Konstantin
Abert gesehen. Er hatte so eine Reise für Wohnmobile aus Deutschland
nach Russland organisiert und durchgeführt (siehe Literaturhinweise
unten). Die Kolonne bestand aus mehr als zwölf Fahrzeugen. Doch generell ist es schwer für Wohnmobile. Es gibt kaum geeignete Campingplätze für sie.
Natürlich denken Sie auch an die Ausrüstung wie Warndreieck, Feuerlöscher (Pflicht!), Decke (falls man mal unter das Auto krabbeln muss).
Geeigneter Kraftstoff

Einen gefüllten Ersatzkanister sollte man unterwegs mit sich führen.
Ergänzung 08.06.10: Die Preise für Kraftstoff befinden sich jetzt in Russland auf hohem Niveau, berichtet Utro.ru (Der Morgen), auf den Kommersant bezugnehmend. Benzin mit 92 Oktan kostet Anfang Juni 2010 22,49 Rubel pro Liter, Benzin mit 95 Oktan kostet 24,19 Rubel. Moskau liegt preislich über dem landesweiten Durchschnitt. Der Rekord stammt aus dem Jahre 2008, als Benzin mit 92 Oktan 24,5 Rubel kostete und mit 95 Oktan 26 Rubel.
Quelle: Utro.
Straßenbelag, Straßenzustand
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass die Straßen in der Ukraine und in Russland seltener eben sind. Größere Bodenfreiheit und gute Federung sind wichtig. Autobahnen gibt es nur wenige. Und diese sind längst nicht so technisch raffiniert ausgestattet wie unsere. Oft fehlen Farbahnmarkierungen, ein Seitenstreifen, SOS-Rufsäulen und noch so einiges. Deswegen ist das Fahren im Dunkeln gefährlicher. Häufiger als bei uns liegen auf der Fahrbahn Hindernisse.

Ziel der Awtodor ist es, bis 2016 1.380 Kilometer Straßen bauen oder reparieren zu lassen. Dafür sind umgerechnet 20 Mrd. Euro vom Staatshaushalt vorgesehen.
Damit Privatunternehmen hier investieren, können jetzt auch Konzessionen zur Erhebung einer Mautgebühr erteilt werden. Hier eröffnen sich neue geschäftliche Chancen für deutsche Autobahnbauer. Ein paar mautpflichtige Straßen gab es aber schon vor der Gründung von Awtodor. Eine Teilstrecke der Autobahn zwischen Moskau und St. Petersburg wird bald mautpflichtig sein. Für den Autobahnring um St. Petersburg ist eine Mautpflicht ja schon länger im Gespräch. Alternativ müssen aber entlang von mautpflichtigen Straßen solche ohne Mautpflicht (aus-)gebaut werden. Wenn ich mich recht entsinne, sollte auch die neue Brücke über den Don in Rostow mautpflichtig werden, die im Frühjahr 2008 fertig gestellt wurde.
In Südrussland war ich mit dem Linienbus im Mai 2008 von Rostow nach Krasnodar gefahren. Teilweise fuhren wir auf einer Autobahn; sie war im Ausbau. Die Strecke dürfte noch nicht fertig gestellt sein.
Straßenstau
In die Moskauer City wollen Sie doch nicht allen Ernstes hineinfahren, oder? Hohe Staugefahr, es wird eng. Das Risiko, sich Kratzer zu holen, nimmt erheblich zu. Hohe Staugefahren, aber nicht in dem Umfang, gibt es freilich auch in St. Petersburg, Krasnodar oder auf wichtigen Magistralen wie die M10 zwischen Moskau und St. Petersburg. Man sollte hier schon Schilder lesen, Anweisungen der Polizei folgen können. Wie es im russischen Straßenverkehr zugehen kann, habe ich bereits geschildert. Wenn das alles noch nicht hilft, Ihnen abzuraten, dann lesen Sie ruhig weiter!
Parkplätze sind in Moskau schwer zu bekommen. Der Bau von Parkhäusern ist für Investoren nicht besonders interessant. Die Investitionskosten (durchschnittlich bei 3.500 € pro Parkplatz) amortisieren sich durchschnittlich nach 10 Jahren. Zu lange. Voriges Jahr hat das Stadtparlament ein Programm zum schnelleren Bau von Stellplätzen für Autos beschlossen.
Dazu kommt, dass jetzt die Falschparkgebühren in Moskau drastisch erhöht werden. In zweiter Lesung verabschiedete das Moskauer Stadtparlament das notwendige Gesetz Anfang März 2010. Kostete Falschparken bisher zwischen 300 und 500 Rubel, so werden jetzt bis zu 3.000 Rubel (entspricht derzeit etwa 75 EUR) fällig. Zur Rechtskraft ist noch die Zeichnung durch Moskaus Oberbürgermeister Luschkow erforderlich. Wer im Hotel übernachten will, fragt bei der Buchung vorneweg auch, ob es über kostenlose Parkplätze für seine Gäste verfügt.
Visum
Das Thema Visum klammere ich hieraus. Dazu gibt es reichhaltige Infos im Web, (Ergänzung: aber einen Überblick über Visen habe ich inzwischen geschrieben.) Als Inhaber eines Visums haben Sie selbstverständlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen.
[Nachtrag 14.3.2010:
Weil ich gerade von dem Start einer Fährgesellschaft im Fährbetrieb zwischen St. Petersburg und Helsinki las - da kommt bei mir die folgende Frage auf: Als westeuropäischer Tourist, der mit der Fähre nach St. Petersburg ankommt, wird man ins Land gelassen ohne Visum. Ein Aufenthalt ist bis drei Tagen zulässig. Kann man als solcher Tourist auch sein Auto mitbringen, um dann damit auch eine Ostseeumrundung fortzusetzen und Russland am Grenzübergang zu Estland (Narva) oder einem Grenzübergang zu Finnland weiter nördlich wieder verlassen?
Das weiß ich jetzt noch nicht. Vielleicht steht die Visumfreiheit für die drei Tage unter der Bedingung, Russland auch nur wieder in St. Petersburg zu verlassen.]
Registrierung als Ausländer
Besondere Probleme sind hinsichtlich der Registrierung zu erwarten. Wenn Sie mit Bus und Bahn durch Russland reisen, haben Sie mit den gekauften Fahrkarten Nachweise darüber, dass Sie an einem Ort nicht länger als 3 Werktage waren. In jenem Falle müssten Sie sich nämlich registrieren (lassen). Ob es stattdessen Quittungen von Tankstellen tun, an denen Sie getankt haben - das bezweifle ich. Immerhin haben Sie beim Kauf Ihrer Bahnfahrkarte, vielleicht auch Fernbusfahrkarte mal Ihren Reisepass vorlegen müssen. Ich kann jetzt ad hoc aber nicht sagen, ob daraus eine Nummer auf die Fahrkarte gedruckt wurde. Wenn Sie bestimmte Anlaufpunkte auf Ihrer Tour hätten, wo es Helfer gibt, die Ihnen so eine Registrierung verschaffen...
[Ergänzung 25.06.2010: Auf dem Antragsformular zur Ausstellung einer Einladung gibt es die Frage nach Ihrer Reiseroute. Unklar ist, inwieweit diese Route, die dann auch im Visum steht, für Sie bindend ist. Wenn Sie diese Route verlassen, dürfen dann Polizisten Sie dafür bestrafen? Mein moskauer Freund hat für mich mal diese Frage an die zuständige Behörde weitergegeben. Ich warte noch auf eine Antwort.]
Seit 2009 gibt es zu allem Überdruss auch noch die Pflicht, sich bei seiner Abreise abzumelden in der Kommune ... Wer soll das für Sie machen? Wie will man die Abfahrtszeit planen, wenn man nicht weiß, wieviel Zeit das nun wieder brauchen wird?
Ich sage ja - als Ausländer aus der EU haben Sie es schwer mit Autofahren in Russland.
Kfz-Haftpflichtversicherung und Kaskoversicherung - geografischen Schutzbereich klären
Hat man seinen PKW schon
und will mit ihm tatsächlich nach Osteuropa fahren, sollte man sich im
Rahmen seiner Vorbereitung vergewissern, dass die eigene
Kfz-Versicherung sich auch auf Russland bzw. die Ukraine etc. erstreckt. Ich
schätze, dazu braucht man einen gehobenen Tarif, z.B. "Comfort" (bei
Asstel). Die Versicherungskarte einstecken bzw. eine Kopie der Versicherungspolice bitte auf die Reise mitnehmen. Russland (bzw. die Länderkennung RUS) sollte darin explizit erwähnt sein. Wenn der Punkt geklärt ist, sollte man sich eine grüne Karte
beschaffen. Die bezeugt, dass man in Deutschland haftpflichtversichert
ist. Diese grüne Karte ist in osteuropäischen Ländern Pflicht, d.h. ohne sie muss man im betreffenden Land eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen.
Russische Kfz-Haftpflichtversicherung
An der Grenze zu Russland muss man eine Kfz-Versicherung für die Dauer des Aufenthalts in Russland abschließen, wenn man keine internationale Haftpflichtversicherung hat, also auch keine grüne Versicherungskarte als Nachweis hat. Ich nehme an, Polizisten sind nicht verpflichtet, ohne die grüne Karte die deutsche Versicherungspolice des Haftpflichtversichererers zu übersetzen, anzuerkennen. Die russische Haftpflichtversicherung wird mindestens für die Dauer von 5 Tagen gekauft. Eine russische Haftpflichtversicherung für ein Jahr kostet etwa zwischen 4.000 und 5.000 Rubel, aber es gibt viele Bedingungen, bei denen man Preise verändern kann, schreibt mein moskauer Freund.
Doch man stelle sich den Kauf einer solchen Verpflichtung mal praktisch vor: Man kommt an der russischen Grenze oder im Hafen von St. Petersburg an und wird dann zu einem Versicherungsverkäufer geleitet. Aber vielleicht hat der gerade Mittagspause. Sie warten so lange, bis Sie die Versicherung haben. Die Abläufe sind an der Grenze ziemlich unorganisiert. Dazu fand ich einen genau beschriebenen Reisebericht eines Deutschen zu seiner Vorbereitung und Anreise nach St. Petersburg und dem Hin und Her am Hafen. Leider bricht der Bericht da ab. Man sieht hier, dass es gar nicht so einfach ist, an der Grenze dann die Versicherung zu bekommen, geschweige denn noch Ansprüche zu stellen und auszuwählen.
Internationaler Führerschein
Kümmern Sie sich auch rechtzeitig vor Reisebeginn um die Beschaffung eines internationalen Führscheins! Den bekommen Sie im Bürgeramt. Dieser Ausweis ist zwingend erforderlich. Gültig ist er, glaube ich, drei Jahre. Aber nicht in Russland. Nach 60 Tagen des Aufenthalts muss er in einen russischen Führerschein umgewandelt werden, wozu Sie eine theoretische Prüfung bestehen müssen.
Wenn Sie zum Arbeiten mit dem PKW nach Russland einreisen, benötigen Sie einen russischen Führerschein.
Zoll
Erkundigen Sie sich auch, was Sie alles über die Grenze nehmen dürfen, jede, die Sie passieren!
[Nachtrag 29.3.2010: Die zweitweilige Einfuhr eines PKWs für private Zwecke war bis vor kurzem, bis Februar 2010, von den Zollbeamten zu registrieren. Dazu mussten natürliche Personen zuvor die Zollerklärung in zweifacher Ausfertigung mit Angaben zum eingeführten PKW ausfüllen. Nach einer jetzt neuen Regelung obliegt der Zollbehörde nun nicht mehr die Registrierung des PKW. Es genügt die Abgabe der ausgefüllten Zollerklärung. Zollgebühren und Steuern für Ihren PKW brauchen Sie nicht entrichten. Die Einfuhr ist für maximal ein Jahr erlaubt. Diese Info fand ich auf der Website der deutschen AHK in Moskau.
Die Formulare der Zollerklärung gibt es seit etwa 2007 nur noch in russischer Sprache. Als Individualreisender sollten Sie sich schon ein Muster aus dem Internet mitnehmen, das Ihnen zeigt, wie das auszufüllen ist, wenn Sie nicht russisch beherrschen.]
Mit korrupten Zollbeamten ist zu rechnen. Es kommt durch sie häufig zu Nötigungshandlungen, wenn nicht gar zu Erpressungen. Z.B. werden Sie vor die Wahl gestellt: zahlen oder warten. Das erlebte ich selbst an der polnisch-ukrainischen Grenze auf meiner Busreise im Frühjahr 2008. Die Zollbeamten lassen Sie links stehen. Sie kommen sich vor wie auf dem Abstellgleis.
Oder im Augustheft 2009 der ADAC-Motorwelt las ich von korrupten bulgarischen Zollbeamten. Bei deren Masche liegt tateinheitlich auch noch Betrug vor. Sie verlangen von Touristen ein Gesundheitsattest, welches nachweist, dass keine Infektion mit der Schweinegrippe vorliegt. Ansonsten droht ein Bußgeld. Und man drängt die Reisenden vielleicht gar zur Zwangsimpfung. Solche Regelung existiert aber tatsächlich nicht, ließ sich die ADAC Motorwelt von bulgarischen Behörden mitteilen. Auf der Website der bulgarischen Botschaft www.mfa.bg/berlin gibt es eine Bescheinigung zur "gesundheitszeugnisfreien Einreise nach Bulgarien" für Reisende.
Dass bei der Durchreise durch die Ukraine kein Nachweis des Abschlusses einer ukrainischen Krankenversicherung abzuschließen ist, habe ich bereits in diesem Blog beschrieben, dabei aber meine Zweifel geäußert, ob das auch die ukrainischen Zollbeamten immer interessiert.
Eine andere Masche der bulgarischen Zollbeamten ist die Abzocke mit Autobahnvignetten. Die behaupten, die 7-Tages-Vignetten seien ausverkauft und nötigen zum Kauf teurer Monats- oder Jahres-Vignetten. Doch hier wird frech gelogen. Es sind ausreichend Vignetten an allen Grenzübergangsstellen vorhanden.
Seien Sie auf weitere Abzocke-Maschen gefasst!
Feste Polizeikontrollstellen
Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie an Polizeikontrollen auf
manchen Straßen in Russland von einem Polizisten an der Schranke zur
Seite gebeten werden und dass man nach Fehlern sucht, um Ihnen
Strafgebühren aufzudrücken. Beispiel: Sie haben keinen Feuerlöscher dabei oder keine Ersatzglühlampen. Polizisten haben (offiziell) einen schlechten
Verdienst. Sie sprechen meistens auch keine Fremdsprache. Zu unterscheiden sind die echten Polizeibeamten (statnye), die nicht ständigen, also angestellten Polizisten (wnestatnyje) und Helfer mit roter Armbinde (Pomojniki). Letztere dürfen von Ihnen keine Papiere verlangen.
Die fest installierten Kontrollstellen erkennt man an den Buchstaben DPS (dorojno-patrulnaja slujba = Straßenpatrouille-Dienst).
Sie sollten wissen, wo sich auf Ihren Strecken solche fest installierten Polizeikontrollen befinden. Vielleicht können Sie sie dann bewusst umfahren. Auf meine Bitte hat mein Freund in Moskau, der Jurist ist, jedoch keine Website gefunden, auf der diese Polizeikontrollstellen eingetragen sind. Wenn Sie nach St. Petersburg reinfahren, kommen Sie mit ziemlicher Gewissheit an eine solche. Auch auf dem Wege von Krasnodar nach Sotschi kommen Sie an eine in Djubga bei Tuapse. Besser, wenn ein Einheimischer/eine Einheimische mitfährt.
Wenn Sie auch hier ein praktisches Beispiel brauchen - bittesehr: Die russische Informations- und Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete am 8.2.2010 (vorgestern) von der Festnahme von 19 Beamten der Verkehrspolizei (GIBDD), die an solchen Polizeiposten arbeiteten. Sie waren auf frischer Tat gestellt worden. Diese Erpressung von Schmiergeldern hat System. Das ist organisierte Kriminalität. In dem berichteten Fall floss ein Teil des jeweils erbeuteten Geldes der Polizisten ihrem Kommandeur zu, der so auf ein extra(illegales) Einkommen von monatlich umgerechnet 3.600 € kam. In dem RIAN-Artikel wird der Radiomoderator und Autoexperte Juri Gejko zitiert mit den Worten, die gesamte Verkehrspolizei sei "so durchfault, dass fast alle sich gern bestechen lassen."
Sie sehen, in diesem Punkt gibt es kaum einen Unterschied zwischen Zoll und Verkehrspolizei. Aber auch die Bahnpolizei ist nicht besser oder die an Flughäfen. Mit denen durfte ich selbst Bekanntschaft machen, erst am Flughafen in Mineralnye Wody, dann im Zug von Mineralnye Wody nach Samara, innerhalb von 24 Stunden gleich zweimal. Beide Abzocke-Versuche konnte ich abwehren.
Weil Frauen als weniger Korruptionsanfällig gelten, sollten (ab 2006) in Russland mehr und mehr Frauen als Verkehrspolizistinnen eingesetzt werden, berichtete die Berliner Morgenpost am 1.9.2006 auf Seite 12. Für den Verkehr in Wolgograd sollte dazu eine vom Innenministerium genehmigte Einheit von Polizistinnen aufgestellt werden.
Noch ein Tipp: Wenn Sie verdächtigen oder kriminellen Polizisten begegnet sind und weiterfahren: Überlegen Sie sich, ob sie nicht von der eigentlich beabsichtigten Route abweichen, um nicht bald schon wieder den nächsten Kriminellen in Uniform in die Arme zu laufen; die könnten von ihren Kollegen ja schon über Sie informiert worden sein. Besser noch, Sie legen bei der Nachfrage nach ihrem weiteren Weg eine falsche Fährte aus, um nicht von der geplanten Route abweichen zu müssen.
Bußgelder
Noch besser können Sie sich auf die nicht vermeidbare Begegnung mit der Verkehrspolizei vorbereiten, wenn Sie sich den Katalog für Strafen (vergleichbar mit dem deutschen Bußgeldkatalog) beschaffen. Stellen Sie sich vor, der Polizist behauptet eine Übertretung und verlangt eine Summe und Sie zücken den Strafenkatalog und zeigen ihm, dass sie die behauptete Übertretung nicht begangen haben oder die Strafe verglichen mit dem Katalog zu hoch ist. Der wird über so einen gut informierten Ausländer überrascht sein. Ihre Begleitung macht sich noch Notizen und sie erwähnen was von ihrem Freund in der nächsten Stadt, der dort als Anwalt arbeitet ...
Aber es geht noch mehr: Sie dürfen den Polizisten sogar filmen oder das Gespräch auf ein Diktiergerät oder ihr Smartphone aufzeichnen.
Ein Polizist ist bei seiner Kontrolle übrigens verpflichtet, seinen Namen anzugeben und seine Polizeidienststelle. Beides sollten Sie bei Problemen notieren. Er kann sich Ihren Reisepass zeigen lassen, darf ihn aber nicht einbehalten. Ihr Führerschein kann bei einem Verstoß gegen die Verkehrsregeln aber schon beschlagnahmt werden. Lassen Sie sich auch erklären, was der Polizist eigentlich will (Kennzeichen wegen Schmutz nicht lesbar? Licht funktioniert nicht? Schlängellinien gefahren?). Die russische Polizei darf seit 2009 auch getarnt oder versteckt Autos blitzen.
Ich habe einen Strafenkatalog auf der Seite der Tatarischen Regierung gefunden, aber in russisch. Die Datei können Sie herunterladen und übersetzen (lassen). Mein russischer Freund meint dazu, diese Datei bezieht sich auf ganz Russland, sei aber alt - also vermutlich nicht mehr aktuell. Man könnte noch nach einer mit Sicherheit aktuellen Datei suchen.
In der Russischen Föderation gibt es ein Gesetzbuch über die so genannten administrativen Verstöße. Für die Verkehrsverstöße gilt Abschnitt 12. Dort sind die Geldstrafen für Verkehrsübertretungen aufgeführt, schreibt mein Freund.Mal ein Beispiel: Keine Pflicht gäbe es in Russland, im Winter mit Winterreifen zu fahren, wie das in vielen europäischen Ländern der Fall ist.
Es gibt auch nicht die Pflicht, einen Unfall zu melden, wenn es keine Toten oder Verletzten gab und Sie sich mit den Beteiligten einigen können, dass der Streit über den Sachschaden nicht vor Gericht ausgetragen werden soll. Für den Ausgleich über Versicherungen wird die Polizei aber doch gebraucht. Die muss die Möglichkeit bekommen, den Unfallort zu besichtigen und ein Protokoll zu fertigen. Das gleiche gilt für Ansprüche, die nicht an Ort und Stelle geregelt werden können.
Auf news.at fand ich einen Artikel vom Mai 2006, wonach es damals Bestrebungen in Russland gab, ein Verfahren einzuführen, wonach potentielle Verkehrssünder Bußgeld auf ein Guthabenkonto einzahlen sollten, von dem im Falle von Verkehrsübertretungen dann das Bußgeld automatisch abgezogen würde. Das hatte die Bewandnis, dass russische Verkehrspolizisten seit 3 Jahren die Strafgelder nicht mehr an Ort und Stelle gegen Quittung kassieren, sondern Überweisungsscheine zur Einzahlung der Strafgebühr bei einer Bank ausstellen. Diese wurde/wird aber oft von den Autofahrern ignoriert. Nur bei schweren Verstößen, wenn der Entzug der Fahrerlaubnis drohe, wenden viele Autofahrer diesen ab, indem sie Geld an die Polizisten bezahlen - ohne Quittung. Der Vorschlag zu dem Guthabenkonto zielt also auch auf die Bekämpfung der Korruption.
Was aus dieser Idee geworden ist, weiß ich nicht. Sie als Ausländer wären davon aber nicht betroffen.
Eine Verkehrssünderdatei mit einem Punktesystem wie bei uns in Flensburg gibt es in Russland nicht.
[Ergänzung 11.03.2010
Polizei missbraucht Privat-PKW zur Verfolgung von Kriminellen und will keinen Schadensersatz für die beim Durchbrechen der Autobarriere beschädigten Fahrzeuge zahlen
Sie glauben nicht, was Ihnen so passieren könnte: Gerade fand ich eine Meldung auf Russland Aktuell vom 9.3.2010, nach der Autofahrer für die Jagd auf bewaffnete Kriminelle missbraucht wurden. Willkürlich wurden Autofahrer auf der Stadtautobahn von der Polizei gestoppt und mit ihren PKW die Straße blockiert. Und sie sollten in ihren PKW sitzen bleiben. Mit dieser Autoblockade sollte eine Bande, die sich auf dieser Straße näherte, gewaltsam aufgehalten werden. Die kamen auch und rammten die Fahrzeuge und konnten abhauen. Jetzt erst, im Nachhinein, erfuhren die geschädigten Autofahrer, dass sie als lebende Schilde herhalten mussten. Sie erfuhren dann auch, dass sie keine Aussichten auf Schadensersatz hätten, weil es nicht gelungen ist, die flüchtigen Kriminellen in Gewahrsam zu nehmen.
Das ist der Hammer, oder?!
Einen vergleichbaren Fall hat es auch schon 2008 in Belarus gegeben. Damals sollte ein betrunkener Autofahrer mit der Autobarriere gestoppt werden. Er brach durch, wodurch mehrere Menschen verletzt und Autos beschädigt wurden. Die geschädigten Autofahrer bekamen vom Gericht später insgesamt (nur) umgerechnet 5.500 € Schmerzensgeld zugesprochen, die Polizisten verloren ihren Job und bekamen eine Haftstrafe von 2 Jahren auf Bewährung.]
[Ergänzung 13.3.2010: Jetzt schlägt der Skandal aber richtig Wellen. Der Verkehrsausschuss der Duma zitierte den Moskauer Verkehrspolizeichef Kasanzew zur Berichterstattung. Der behauptete, erst 4 Tage nach dem Ereignis Kenntnis davon bekommen zu haben. Und dann wollte er die missbrauchten Verkehrsteilnehmer mit Trostpflästerchen abfertigen. Rede und Antwort musste er auch geben zum schweren Verkehrsunfall des Lukoil-Vizechefs in einem Mercedes, bei dem zwei Autoinsassinnen eines gerammten PKWs ums Leben kamen. Offenbar deckt die Polizei den Wirtschaftsboss. Aufzeichnungen von Kameras zur Unfallstelle werden nicht herausgerückt. Skandalös, lesen Sie hier den Bericht auf russland-aktuell von gestern!]
Eigentümer-Erlaubnis
Wenn Sie durch Polen fahren, müssen Sie auch beachten, dass dort jeder ausländische Fahrer seit Anfang 2008 eine auf ihn namentlich ausgestellte Erlaubnis des Eigentümers mitführen muss, die nachweist, dass Sie Ihr Auto in Polen fahren dürfen. Wenn die nicht vorhanden ist, kann das Fahrzeug sofort still gelegt und erst gegen eine hohe Kaution freigegeben werden.
Eine solche Erlaubnis brauchen Sie auch in Russland. Wie es damit in der Ukraine aussieht, weiß ich nicht. Aber wenn Sie sich sowieso eine für Russland besorgen, haben Sie damit in der Ukraine ja kein Problem. Ich würde mir vielleicht zwei Kopien oder Abschriften davon mitnehmen.
Autokennzeichen
Die Autokennzeichen sind bereits an anderen Plätzen im Internet gut erklärt. Daher nur kurz dazu: Aus welcher Region ein Fahrzeug kommt, erkennt man aus dem rechten Teil des Autokennzeichens, an der Zahl. Die Zahlen wurden alfabetisch vergeben. Deswegen bekam die Republik Adygea die Zahl 01. Das geht aber nur bis 76 so, dann war man beim Buchstaben "Ja", dem letzten im russischen Alfabet. Jetzt gibt es aber 99 Zahlen, ab 77 ist die Vergabe ein bischen durcheinander. Vielleicht nimmt man sich eine Kennzeichen-Übersicht mit auf die Reise.
Wie bei uns in Deutschland gibt es auch farbige Kennzeichen. Polizeiautos haben weiße Schrift auf blauem Hintergrund, Armeefahrzeuge weiße Zeichen auf schwarzem Hintergrund. Ihnen sollte man tunlichst aus dem Wege fahren, aber auch Fahrzeugen mit weißer Schrift auf rot - ausländische Vertretungen, denn diese werden strafrechtlich oder zivilrechtlich kaum zur Verantwortung gezogen.
Tipp: Halten Sie Ihr Autokennzeichen immer sauber, so dass es lesbar ist. Sonst droht ein Bußgeld.
Orientierungshilfen für die Straße
Da fallen mir jetzt einige Varianten ein.
Sie brauchen einen aktuellen Straßenatlas, am besten mit eingezeichneten Tankstellen und Points of Interest.
Für den groben Überblick, zur Grobplanung, für große Vorhaben oder wenn man schon weiß, dass man noch öfter nach Russland oder GUS-Länder reist geht vielleicht, mal als Beispiel, die Karte von Hildebrand´s "GUS - Baltische Staaten" im Maßstab 1:3.500.000, auf der Jekaterinburg im Ural in etwa in der Mitte liegt (keine Tankstellen eingetragen).
Gut sind die Atlanten der Kartenfabrik "Zentralnaja eksperimentalnaja woenno-kartografitscheskaja fabrika". Ich habe hier z.B. den Atlas vom Krasnodar Kraj und der Republik Adygea, Maßstab 1:200.000, die enthaltenen Stadtpläne 1:15.000 bis 1:40.000. Habe ich mir in Krasnodar gekauft (171 Rubel, etwa 5 EUR).
Wenn Sie nicht das gewünschte Kartenmaterial in Ihrer Heimatstadt oder übers Internet finden, planen Sie doch einen Besuch eines guten Buchladens in der erstenukrainischen/russischen (Groß-)stadt an, z.B. Lwow (Lemberg) oder Kaliningrad.
Wenn Sie ein Navigationsgerät nutzen, brauchen Sie Kartenmaterial zu Osteuropa. Aber in welchem Kartenpaket sind auch russische Straßen enthalten?
Der Versandkatalog von Pearl, Weihnachtsausgabe 2009, bietet Geräte von NavGear, den StreetMate. Nun, in einschlägigen Tests 2009/2009 waren diese Geräte im Mittelfeld; ich will nur erste Anregungen geben. Mithilfe von Preissuchmaschinen findet man vielleicht ja noch besser bewertete Geräte mit ähnlichem Preis. Jedenfalls gibt es zu diesen Geräten bei Pearl ein Paket mit 43 Ländern West- & Ost-Europa für 149,- €. Darin sind die baltischen Länder und die Ukraine mit enthalten, aber nicht Russland. Ich denke, da muss man in russischen Shops suchen oder online in Navigationsforen.
Eine CD-Rom oder DVD mit einem Routenplaner für Russland, die Ukraine bekommen Sie vielleicht in manchen Russenläden. Ich habe mir aus St. Petersburg so einen Autoatlas für das Moskauer Gebiet mitgebracht, neben der russischen auch mit einer englischen Sprachversion. Dann auch einen Plan von St. Petersburg von Topplan, mit Unterstützung für GPS, Firmenkatalog und Telefonbuch, Veranstaltungskalender.
Oder Sie könnten mal einen Online-Routenplaner im Internet versuchen und sich dann die Lösung ausdrucken. Aber das ist eine unflexible Lösung oder eben nur noch eine Ergänzungshilfe zum Atlas aus Papier. Dann doch lieber einen guten Straßenatlas zu Russland. Den bekommen Sie in guten Kartenläden. In Berlin gibt es solche jedenfalls. Einer befindet sich am Steinplatz in der Hardenbergstraße, nämlich Schropp. Ein anderer, in dem man es versuchen kann, ist in der Karl-Marx-Allee auf der Südseite, schräg gegenüber dem Café Alberts.
Jedenfalls finden Sie russische Routenplaner auf www.topplan.ru, Moskau, St. Petersburg und das Leningrader Gebiet und gelbe Seiten auch gleich. Auf deren Website werden auch Navigationsgeräte verkauft. Man könnte sich freilich auch erst ein Navigationsgerät von den bekannten Herstellern wie Garmin in der Ukraine/in Russland kaufen. Dann hat man das Problem auch gelöst; aber man sollte dann vielleicht kein GPS-Anfänger sein, wenn es nicht das Benutzerhandbuch in deutsch/englisch dazu gibt (obwohl: die Dokumente sind heutzutage bei technischen Geräten ja mehrsprachig). Einen weiteren Routenplaner findet man bei Yandex.ru unter "Karten".
Während des Erstellens dieses Artikels kommt Nokia mit einem tollen Angebot. Kostenloses Kartenmaterial und Navigationsdienste für Handys und Smartphones können von der Hompage mit dem Ovi-Applikationsshop von Nokia seit dem 21. Januar 2010 heruntergeladen und installiert werden. Zukünftig werden GPS-fähige Mobilfunkgeräte mit dieser Software ausgeliefert. Wer also so ein Gerät hat oder eines, an das man einen GPS-Sender anschließen kann, um Navigationssoftware und Karten nutzen zu können (wie das Nokia E63. Einen extra GPS-Sender und Empfänger bietet Pearl auch an.), hat hier eine weitere Möglichkeit. Wie es hierbei mit Karten zu den GUS-Staaten aussieht, habe ich noch nicht prüfen können. Aber jedenfalls soll es Auto- und Fußgängernavigation für 74 Länder in 46 Sprachen für 10 Smartphone-Serien von Nokia geben und detailliertes Kartenmaterial für mehr als 180 Länder.
Schließlich kann man es noch mit Open Street Maps versuchen, ob man da geeignetes Kartenmaterial findet. Aber einfacher wirds wohl mit Google Maps. Google Maps für Russland gibt es seit August 2007. Damit kann man sich schon selbst überzeugen, wie weit eine Autobahn wie die M4 vierspurig ausgebaut ist. Für die Ukraine kann man diese Karte benutzen: http://map.meta.ua/
Die tatarische Regierung bietet eine interaktive Google-Karte an, auf der die zuständigen tatarischen Polizeibehörden für den Straßenverkehr eingetragen sind. Aber wie druckt man diese mit aus? Das Straßennetz bei Google Maps ist teilweise nur sehr grob. Wenn Sie russisch lesen können, kommen Sie wohl mit dem elektronischen Atlas unter www.eatlas.ru weiter.
Für Reisen nach Tatarstan hier mal der Link zur Verkehrs-Polizei Tatarstans mit erfreulich klaren Informationen, Kontakt zu den Dienststellen, sogar mit Passfotos der Polizeidienststellenleiter. Leider nur in russisch. Aber hier gibt es auch den (aktuellen) Strafenkatalog.
Vielleicht finden Sie noch andere nützliche Online-Routenplaner, die Ihnen bei Ihrer Vorbereitung helfen!?
Autoreisezüge
Wie sieht es mit Autoreisezügen in die Ukraine oder gar nach Russland aus?
Auch hier muss man aufwändiger recherchieren. Das ist ja noch aufwändiger, als sich nur eine Bahnkarte für einen Zug nach Russland zu kaufen (mit Schlafplatz, mit Umsteigen). Über den Kauf einer Bahnkarte nach Russland schrieb ich ja bereits (Seite 2 des verlinkten Artikels).
Ich glaube, es gibt keinen Autoreisezug aus Deutschland nach Russland oder in die Ukraine. In Russland, hörte ich es im Web rauschen, soll es zwischen Moskau und St. Petersburg solche Züge geben und auch auf der Transsib-Strecke, in der Ukraine zwischen Kiew und Dnjepropetrowsk bzw. hinunter zur Krim. Aber wie kommt man da heran? Da braucht man vor Ort Leute, die das recherchieren und buchen können. Also scheidet diese Variante praktisch aus.
Vielleicht wird es aber Autoreisezüge bald von der ostslowakischen Stadt Kosice (europäische Kulturhauptstadt 2013 und eine Partnerstadt von St. Petersburg) aus geben. Denn bis hierher gibt es Bahnschienen mit der russischen Breite, in Richtung Ukraine. Und bei Wikipedia lese ich, dass die russische Eisenbahngesellschaft RJD und das slowakische Ministerium für Transport, Post und Telekommunikation eine Absichtserklärung unterschrieben haben, die u.a. die Verlängerung dieser Breitspur-Strecke bis Bratislava vorsieht. Auf dieser Strecke entfällt also das Umspuren der Waggons.
Falls es doch mit dem Autoreisezug klappt:
Wer keine Vollkasko-Versicherung hat und will: Es gibt auch eine Extra-Autoreisezugversicherung,
bei Elvia und bei der Hanse Merkur (Ich weiß nicht, wo sonst noch). Damit
sichert man sich vor Schäden ab, für die (schon) die Deutsche Bahn nicht
aufkommt, etwa zerstörte Scheiben, oder Kratzer auf dem Lack. Aber
besteht auch Versicherungsschutz für Reisen in Osteuropa?
Routenempfehlung
Zur Mitnahme des eigenen Autos nach Russland empfehle ich die Benutzung einer Ostseefähre, mindestens bis Tallinn oder Helsinki. Sie sollten nicht müde sein, wenn Sie einreisen. Mit der Kajüte auf dem Schiff sind Sie dann ausgeschlafen.
Sie könnten diese Fähren nehmen:
MS Translubeka oder MS Transeuropa, fährt zwischen Lübeck und St. Petersburg, mit Zwischenstopp im Hafen von Saßnitz/Rügen.
Ergänzung 18.5.2010: Seit dem 26. April 2010 verkehren wieder die Superfast-Fähren VII und VIII der Silja Lines zwischen Rostock und Helsinki.
Vielleicht können Sie auch von Helsinki aus weiter nach St. Petersburg mit der Fähre "Princess Maria" (Baujahr 1981; letzte Renovierung: 2009) der St. Peter Line. Ende Januar 2010 hat die Fährgesellschaft den Fahrplan ab 20. April 2010 bekannt gegeben und seit 1. März werden Tickets verkauft. 395 Autos passen an Bord, gut 600 Passagiere.
Mir ist nur nicht klar, ob die Visumfreiheit auch für autofahrende Westeuropäer gilt oder nur Fußgänger, die ein Hin- und Rückticket vorzeigen.
Landschaftlich schöne Straßen
Dazu lässt sich von meiner Seite aus wenig sagen. Hierzu werden Sie bestimmt nicht so viel in Reiseführern finden wie z.B. über Schottland, den USA (Länder, in denen ich mit Auto reiste). Doch es gibt den Lonely Planet Russland und Belarus. In diesen Reiseführer sind die Erfahrungen vieler Menschen eingeflossen. Jedenfalls würde ich mir einen russischen Atlas beschaffen und mir dann meine Route darin suchen und zu interessant erscheinenden Abschnitten Details aus dem Web holen, z.B. Wikipedia.
Meine persönliche Empfehlung: Wer nach St. Petersburg reist: Die gut asphaltierte Straße zwischen der russischen Stadt Wyborg (engl. Vyborg) und Helsinki ist sehr schön. Typisch skandinavische Landschaften, hügeliger Wald, Seen, Felsen und manchmal Blick auf die Ostsee.

Übernachtung
Auf das Thema Übernachtung möchte ich hier nicht eingehen. Die Hotellandschaft in Russland habe ich einem anderen Artikel beschrieben.
Mitfahrgelegenheit nach Russland
Eine Plattform, die äußerlich einen guten Eindruck macht, ist Karzoo www.karzoo.eu. Sie bezeichnetsich als die Mitfahrplattform Nr. 1 in Europa. Ich denke, hier hat man vielleicht bessere Aussichten, einen Fahrer oder Mitfahrer in die Ukraine oder nach Russland zu finden, als auf Mitfahrgelegenheit.de
Mit seinem eurapweiten Mitfahrerclub wirbt auch der ADAC in seiner Motowelt. Aber hier arbeitet man auch nur mit www.mitfahrgelegenheit.de
zusammen. Da kann man auch gleich bei dem größten deutschen
Mitfahrerportal bleiben, es sei denn man hat als ADAC-Mitglied extra
Vorteile wie eine Unfallversicherung.
Über Sperrgebiete informieren
Nicht nur an den Landesgrenzen, auch innerhalb des größten Landes der Welt gibt es gesperrte Zonen. Es können z.B. militärische Schutzzonen oder Quasi-Kriegsgebiete wie im Kaukasus sein oder Naturschutzgebiete oder Nationalparks (z.B. bei Sotschi). Hier benötigen Sie Hilfe von Leuten vor Ort, die derlei Informationen beschaffen können, vielleicht bei der Beschaffung einer Erlaubnis zum Betreten/Befahren solcher Zonen beschaffen können. Das können z.B. lokale touristische Dienstleister sein.
Straßenkriminalität
Eine Diebstahlsmasche, die ein Freund in Polen selbst erlebt hat, geht z.B. so: Sie stehen mit ihrem PKW an einer Ampel, einem Hindernis oder Ausfahrt von einem Parkplatz etc. und wollen gleich weiter fahren. Rechts nähert sich ein Mann und tritt kräftig gegen die Karosse. Was ist Ihre Reaktion? - Sie springen aus Ihrem Auto und wollen den Täter stellen und sehen, ob da eine Beule ist. Wenn Sie nun dem Mann hinterherrennen, nähert sich schnell ein zweiter Mann von der Fahrerseite her und springt in Ihr Auto. Der Motor läuft noch, der Schlüssel steckt. Er macht zu und fährt wie ein Begaster weg. Sie sind schockiert und hilflos. Wenn sie den Mann noch fassen können, reist er sich wieder los. Vielleicht hat er aber eine Waffe dabei, ein Messer etwa. Und just in diesem Moment ist kein Zeuge da, der Ihnen zur Hilfe kommt, wenigstens den einen der Bande zu stellen oder dem Autodieb hinterherzujagen und dabei die Polizei anzurufen.
Wenn Sie mit einem schäbigen Lada unterwegs sind, passiert Ihnen sowas wohl eher nicht, sondern wenn Sie einen besseren Wagen fahren.
Fremden Pkw in Russland fahren
Um einen Pkw eines Russen fahren zu dürfen, brauchen Sie vom Eigentümer eine schriftliche Erlaubnis, die Sie bei sich führen müssen (siehe oben). Diese muss notariell beglaubigt sein. Sie brauchen darüber hinaus eine Bürgschaft einer russischen erwachsenen Person für Sie.
Wir kennen das als Deutsche(r), wenn wir aus Russland einen Gast einladen, der bei uns wohnt, um den wir uns kümmern. Wir müssen dann auch eine Garantieerklärung unterschreiben für den Fall, dass unser Gast hier krank wird. Oder wir schließen für ihn oder sie eine Krankenversicherung ab. Aber die Haftung soll auch für Fälle eingreifen, dass unser Gast uns abhanden kommt und die Polizei nach ihm fahnden muss.
Weiterhin besteht in Russland die Pflicht, eine
Haftpflichtversicherung abzuschließen. Viele Russen sind dennoch ohne unterwegs.
Daher müssten Sie auch damit rechnen, dass im Falle eines Unfalls Sie
ihren Schaden nicht ersetzt bekommen. Die Haftpflichtversicherung kann
z.B. bei Rostra abgeschlossen werden. Filialen existieren z.B. in Krasnodar,
Sotschi.
Sie als Ausländer werden aber nicht um diese russische Haftpflicht herum kommen, wenn Sie keine grüne Versichertenkarte vorweisen (siehe oben).

PKW in Russland mieten
Auf Autovermietung will ich noch extra eingehen. Da muss ich noch recherchieren.
Wichtige Telefonnummern
Stecken Sie sich einen Zettel mit wichtigen Telefonnummern in die Brieftasche!
Notruf Polizei: 02
Notruf schnelle medizinische Hilfe: 03
Pannendienst: 495-747-66-66
Deutsche Botschaft: 495-937-95-00
Quellennachweis
GTAI vom 24.07.2009 - Russland ebnet den Weg für zentrale Straßenholding
RIAN vom 8.2.2010 - Ganze Polizeieinheit wegen Korruptionsverdacht festgenommen
Literaturtipps
Konstantin Abert, Russland per Reisemobil, Verlag Dolde/Medien, ISBN 3-928803-26-3
, 11,90 €
Lonely Planet, Russland und Belarus, 4. Aufl. (engl.), 2006
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