... dass sich das Aufnahmelager für die Spätaussiedler in Berlin im Stadtteil Marienfelde befindet?
... dass man sich über 100 russische Fernsehprogramme als IPTV nach Hause holen kann?
Die Website http://www.kartina.tv/ wirbt mit 2 Monatenkostenlos.
... dass Spätaussiedler in Russland nicht sehr beliebt sind?
Man sagt ihnen nach, sie seien ausgereist, um ihren Lebensstandard zu verbessern, aber auf Kosten des Staates; viele hätten keine ernsten Absichten, sich Arbeit zu suchen oder / und dafür zu lernen, damit sie welche bekommen können, d.h. erst mal auch ihr Deutschsprachniveau anzuheben.
Ich kenne mehrere Aussiedler, die mit hohem Bildungsniveau und mit Fachspezialisierung nach Deutschland kamen und hier keine Arbeit fanden. Von den permanent personell und von der Qualifikation her permanent überforderten Jobcentern wurde ihnen zu wenig Hilfe und Beratung zuteil. Sie hatten noch mehr Probleme (wegen der mangelnden Beherrschung der deutschen Sprache und der Unkenntnis dieses anfangs fremden Staates. Manche hatten durchaus das sprachliche Potential, aber die Unkenntnis des Rechtssystems, die zahlreichen Antragsformalitäten entzog ihnen viel Energie für die Jobsuche.
Eine Familie, die ich in einer Kleinstadt kennen gelernt hatte, kam aus Russlands Norden. Die Eltern haben in Nadym gearbeitet, für Gazprom, als Ingenieure. Deutsch lernten sie erst hier, und taten sich damit schwer; in dem Alter jenseits der 50, wo die Aussichten auf einen neuen Job schlecht waren und sind, und wenn man auch noch zwei Jungen unter 10 Jahren in der Schule hat und eine Tochter, für die die Berufsausbildung ansteht.
Ich fand ein interessantes Interview der Tagesschau vom 12.1.2011 zur Integration von Spätaussiedlern. Tenor: Deutschland hat das Potential der Spätaussiedler verschleudert. Die Lehrer, Ärzte, Ingenieure, ...
In vielen Stadtteilen Berlins gibt es Mangel an Ärzten für verschiedene Gebiete. Ich spüre das selbst unmittelbar. Und wir haben Lehrermangel. Ich schüttle nur mit dem Kopf über den Willen und die Fähigkeiten der Politiker, Bürgerpolitik zu machen. Die zeigt sich beim Umgang mit dem Mangel an Arbeitskräften in einigen Branchen daran, wie Politiker dem Schrei der Wirtschaftslobby nach Öffnung der Schleusen für ausländische Arbeitskräfte dienen. Die Bevölkerung hat Angst vor Überfremdung, vor Missachtung unserer Regeln des friedlichen Zusammenlebens.
Aber die Spätaussiedler haben immer ein viel höheres Potential zur Integration gehabt (und wie Klingholz in dem empfohlenen Tagesschau-Interview sagt, auch genutzt, soweit sie gelassen wurden). Endlich hat man in der Politik wahrnehmbar (durch die Medien) begonnen, sich für die Berufsqualifikation der Spätaussiedler stärker zu interessieren.
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