Flüge aus Deutschland nach Südrussland - Neuigkeiten

Saturday, July 17. 2010

Meine Übersicht über Reiserouten an das Schwarze Meer, nach Südrussland ist einer der Dauerbrenner in diesem Blog. Damals beim Schreiben vermissten wir noch Möglichkeiten, von Deutschland aus per Flug an die Schwarzmeerküste zu gelangen. Jetzt reichen aber bloße Aktualisierungen jenes Artikels nicht mehr aus, die vielen Neuigkeiten zu erfassen. Zu Anfang dieses Sommers 2010 hat sich einiges bei Flügen Richtung Schwarzes Meer getan.

Unter den 30 Millionen Touristen, die jährlich in das Krasnodarer Gebiet kommen, sind 2 Millionen Flugpassagiere, behauptet die Presseabteilung des Krasnodarer Flughafens. Der Anteil der Flugpassagiere wird bald steigen, denn ...

Flughäfen in Südrussland

Anfang Juni 2010 ist der über Jahre renovierte Flughafen in Adler offiziell als fertiggestellt eröffnet worden. Das neue Terminal befindet sich 100 Meter neben dem alten Zugang, an der Straße nach Krasnaja Poljana. Zur Zeit werden nur Inlandsflüge am neuen Terminal abgewickelt, die Auslandsflüge am alten. Über den Umzug des internationalen Flugverkehrs in das neue Gebäude soll demnächst entschieden werden, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax.

Ein neuer Flughafen wurde in Gelendjik gebaut. Er gehört dem Unternehmen Basel Aero, dem größten Privatinvestor daran, ein Tochterunternehmen des Konzerns Basowye Element von Milliardär Oleg Deripaska, der an einigen Baugroßprojekten zur Winterolympiade 2014 beteiligt ist. (Das Unternehmen Strategiaja Jug, an dem Deripaska beteiligt ist, hat 2006 den Flughafen Sotschi-Adler gekauft.). Die Gruppe Basel Aero leitet auch die Flughäfen in Krasnodar, Sotschi, Anapa, Jejsk (Asowsches Meer), die fast 9 Prozent aller Flugpassagiere Russlands abfertigen.

Am 25. Mai 2010 wurde der Betrieb aufgenommen. Nach dem ursprünglichen Plan sollte der Betrieb schon 2008 aufgenommen werden, planmäßiger Baubeginn war Dezember 2006. Bis 31. August 2010 wurden 77.500 Passagiere abgefertigt und 552 Flüge. (Nach dem Plan von 2006 sollten im Jahre 2010 ca. 500.000 Passagiere abgefertigt werden.; Quelle war touristinfo.ru/gelengik;  heute nicht mehr verfügbar) Gäste waren vor allem Erholungssuchende aus den Regionen Moskau, Surgut, Urengoi und Kasan. Quelle: www.votpusk.ru/news  vom 01.09.2010, nach der Nachrichtenagentur Interfaks.

Krasnodarer Flughafen

Im Jahre 2009 hatte der Kuban nach Angaben seiner Presseabteilung in einer Pressemeldung vom 27. Mai 2010 auf der orangen Website 3,5 Mio. Passagiere, davon allein 1,6 Mio auf dem (angeblich) internationalen Krasnodarer Flughafen. Bei solchen Zahlen aus Krasnodar bin ich immer etwas vorsichtig. Es gibt an den zentralen Stellen eine Menge von Presseleuten, die für die schöne Außendarstellung der Stadt zuständig sind; unabhängige Zeitungen haben es schwer, werden von der Administration benachteiligt, beklagt sich die Organisation Reporter ohne Grenzen. Es gibt kaum Fluggesellschaften aus dem Ausland, die in Krasnodar landen, weswegen die Bezeichnung als "international" zweifelhaft ist. In der Pressemeldung wird eine Auszeichnung des Krasnodarer Flughafens als einer der besten in der GUS gefeiert, währenddessen in den Kommentaren dazu diese Selbstbeweihräucherung zerrissen wird mit extrem negativen Erlebnisberichten dort. Ein Punkt betraf die Hitze, Klimaanlagen fehlen oder funktionierten nicht, Passagiere fielen deswegen in Ohnmacht. Das war schon Mitte Juni 2010. In der Hauptreisezeit jetzt werden Asphaltierungsarbeiten auf dem Gelände des Airports durchgeführt, was zu Behinderungen des Flugverkehrs führt und zu starken Geruchsbelästigungen. Während einer Schicht will ein Fluggast nur 10 Leute auf dem Flughafen arbeiten gesehen haben... - Der Flughafen selbst stellt sich als einer der zuverlässigsten, sichersten und bequemsten Flughäfen der GUS dar. Doch über die orange Website lassen sich keine Flüge buchen, fehlen viele Angaben, die für Flughäfen üblich sind, z.B. Ankünfte und Abflüge.

Zurück zum Flughafen Gelendjik: Am 5. Juni 2010 hat es die Eröffnungsfeier gegeben, an der der russische Verkehrsminister teilgenommen hat. Die Flugbahn ist fertig. Es wurde ein obligatorisches Terminal errichtet, bis das Hauptterminal fertiggestellt ist, berichtete kürzlich der Verkehrsminister an Putin. Also mit der Eröffnung scheinen die Arbeiten an wesentlichen Teilen des Flughafens noch nicht abgeschlossen zu sein. Man kann pro Stunde 140 Passagiere abfertigen, heißt es in einer Pressemeldung des Flughafens Krasnodar (!), unklar, ob zur Zeit oder angestrebt in dem noch unfertigen Hauptterminal (ein Vergleich: in Rostow können im internationalen Verkehr 200 Passagiere abgefertigt werden und im nationalen 600 pro Stunde).

Flüge nach Gelendjik werden schon von wenigen russischen Airlines angeboten (nur Inlandsflüge), darunter von Aeroflot. Eine Dispatcherin am Schalter von Rossiya Airlines im Flughafen Schönefeld machte vor ein paar Tagen einen Witz: da würden wohl nur Hubschrauber landen. Sie scheint nicht auf dem neuesten Stand zu sein. - oder kennt sie die wahren Verhältnisse?

Der Flughafen von Anapa wird von einigen russischen Fluggesellschaften aus verschiedenen Moskauer Flughäfen angeflogen, Aeroflot, Rossija, Transaero, S7 (Sibir), Utair. Er ist wirklich klein. Es landen und starten auch in Deutschland wenig bekannte russische Airlines aus verschiedenen Landesteilen, aber oft nur zwischen zweiter Junihälfte und Ende September/Anfang Oktober. Anapa ist das Zentrum für Familienurlaub und es gibt viele Ferienlager. Nach eigenen Angaben werden jährlich 550.000 Passagiere abgefertigt.

Mit der Marschrutka 3 wird man zum Bahnhof und Busbahnhof der Stadt gebracht (Preis von Oktober 2006 gilt auch noch jetzt: 25 Rubel), im Winter aber nur ein Mal am Tage. Im Sommer fährt zweimal täglich ein Bus zwischen Anapa und Gelendjik.

Fluglinien nach Südrussland

Nachfolgend einige Informationen zu Fluglinien in Richtung Südrussland und die Ukraine und Kombinationsmöglichkeiten, was ich in den letzten Tagen und Wochen recherchiert habe. Mir fielen viele Websites der Airlines auf, die Suchen bestimmter Informationen nicht besonders gut unterstützen. Das trifft besonders auf die Darstellung von Flügen über den Heimatflughafen der Fluggesellschaft zu. Die Bedienerfreundlichkeit lässt oft zu wünschen übrig. Man ist weit entfernt von Barrierefreiheit.

Kuban Airlines

Seit Juni 2010 gibt es die Strecke von Hannover nach Sotschi. Dafür eingesetzt wird eine Boeing 737-300. Geflogen wird Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag. Von Sotschi aus bietet die Airline dann Weiterflüge nach Barnaul, Omsk und Karaganda.

Auch von Köln aus fliegt die Airline nach Sotschi sowie nach Krasnodar.

Die Flüge sind über den deutschen Generalvertreter der Airline, die Meridian Reise- und Handels GmbH in Osnabrück buchbar.

Beim Aufruf der Firmenseite meldete mir mein Antivirenprogramm einen Trojaner auf deren Website. Oder es war eine Fake-Seite, die ich über Google fand.

http://www.kuban.aero/

Avianova

Die junge Billigfluggesellschaft hat mehrere Schwarzmeerstädte im Programm:

Sotschi/Adler (von Moskau Scheretmetjewo und St. Petersburg), Gelendjik (von Moskau Scheretmetjewo), Anapa (Charterflüge); außerdem Krasnodar (von St. Petersburg und Moskau Scheretmetjewo), Astrachan (von Moskau Scheretmetjewo). - Da liegt es dann gar nicht so weit weg, mit bininibekleideten Stewardessen zu werben:

Utair

Utair fliegt von Moskau aus nach Anapa und Rostow und von München aus über Moskau nach Tjumen.

TU-154M auf dem Parkplatz in Wnukowo
Utair-Maschine TU-154M auf dem Flughafen Wnukowo

Weitere Airlines mit ihren Strecken nach Südrussland im erweiterten Eintrag ...

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Die russische Küste am Schwarzen Meer

Thursday, July 15. 2010

Steilküste mit dem Felsen namens Segel
Das Segel - als ob jemand mit seinem Segler in die Stranddüne gerast ist..
Die Küstenlinie des Krasnodarer Gebiets erstreckt sich am Schwarzen Meer über eine Länge von 457 Kilometern, von Tusla im Nordwesten bis zum Fluss Psou im südlichen Osten an der Grenze zu Abchasien.

Entlang der Taman-Halbinsel im Nordwesten der Küstenlinie fällt die Küste meistens steil zum Meer ab. Beginnend am Solenowo-See bis nach Anapa über fast 40 km zieht sich ein Band kilometerlanger Sandstrände. Im westlichen Teil der Halbinsel ist die Küste gesäumt von niedrigen Hügeln, die aussehen wie ein Miniaturgebirge. Das Klima an der Taman-Küste ist trocken. Im Sommer fällt selten Regen, aber es wehen hier oft starke Winde. Hier gibt es die meisten Sonnentage in Russland. Das Gebiet ist von Steppenlandschaften geprägt.

Hinter Anapa hat die Küste einen ähnlichen Charakter. Niedrige Berge, mit Wald bedeckt, bilden Klippen bis 200 Meter und höher. Das Ufer ist mit Kieselsteinen bedeckt. Das Klima von Anapa bis Noworossijsk ist feuchter und die Küste ist mit Wald bedeckt.

Mit Pizundakiefern bedeckte Klippen
Steilufer mit Pizundakiefern bei Djanchot

Von Noworossijsk bis Tuapse gehen die Berge ganz dicht an die Küste heran. Dann trennen sie sich und bilden Täler. Hier, ab Tuapse, gibt es viele gemütliche Buchten. Einige der größten Buchten befinden sich bei Noworossijsk und bei Gelendjik. Die Strände und Buchten sind steinig, manchmal auch sandig. Das Klima hier ist mediterran.

Der Sommer ist trocken und heiß, der Winter feucht. Die Vegetation ist vielfältig. Die bewaldeten Berge sind mit Eichen und Hainbuchen bedeckt. An den Küsten wachsen Wacholdersträucher und Pizundakiefern (vor allem im Bereich des Ortes Djanchot).

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Rundgang in Sotschi, Teil 2

Tuesday, June 8. 2010

Ich versprach Ihnen, dass wir unseren Rundgang durch Sotschi bald fortsetzen werden. Es dauerte doch etwas länger. Heute ist es soweit. Sotschi feiert gerade seinen 101. Geburtstag - nach der Behauptung von Andrej Ballin in einem Artikel auf Russland Aktuell am 16. Juni 2009. Verwechselt wurde der 100. Stadtgeburtstag aber nur mit dem Jahrestag der Eröffnung des ersten Hotelkomplexes am 14. Juni 1909, der "Kaukasischen Riviera". Ich habe die Ruine des ehemaligen Luxushotels fotografiert. Sie gehörte schon zu unserem ersten Rundgang durch Sotschi.

Sotschier Cafe mit georgischer Küche
Cafe Wody Lagidse an der Promenade oberhalb des Ufers

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Solarforschungsstandorte in Russland

Saturday, May 15. 2010

Russische Photovoltaik-Module und Flachkollektoren
Solarthermiemodule und Photovoltaikmodule auf dem Flachdach der Universität in Sotschi

Wo in Russland befinden sich bedeutendsame Standorte der Forschung, Entwicklung und Anwendung in der Solarbranche? 

Ich habe recherchiert, ohne Geld für teure Marktanalysen und Studien auszugeben. Momentan bin ich bei neun Einrichtungen.

Demnächst werde ich diesen Artikel mit einer Sammlung von Solar-Produktionsfirmen und Zulieferern und Händlern in Russland ergänzen.

Erwähnen möchte ich, dass es einige sehr engagierte Praktiker in Deutschland gibt, die in Russland unkonventionell bei der Errichtung kleiner Photovoltaikanlagen geholfen haben. Ich nenne hier Ulf Dietrich Kautz, dessen Bericht von der Errichtung einer Anlage auf einem Häuschen am Baikalsee man auf der Website der Vereinigung Eurosolar abrufen kann.


Cadarache (Frankreich)

Zu Anfang möchte ich ein Forschungszentrum erwähnen, das sich gar nicht in Russland befindet, aber in dem russische Wissenschaftler mitarbeiten (nach einer Nachricht der Ria Nowosti vom 11.12.2009). Im französischen Kernforschungszentrum Cadarache arbeitet ein internationales Team an der Entwicklung eines Versuchs-Kernreaktors. Basis der Forschungen ist die russische Technologie Tokamak. Die erste Anlage mit dieser Technik wurde 1955 von den russischen Forschern Andrej Sacharow und Igor Tamm am Kurtschatow-Institut in Moskau gebaut.

Tokamak ist eine Kammer in Magnetspulen, in der erhitztes Plasma durch ein sehr starkes Magnetfeld eingeschlossen ist. In dem Plasma erfolgt die thermonukleare Synthese der Kerne der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium. Die thermonukleare Synthese gilt als eine praktisch unerschöpfliche Enegiequelle. Diese Synthese läuft im Inneren der Sterne ab und ist auch Energiequelle für unsere Sonne. Mit dieser Kernfusions-Technik wäre auch das Atomlagerproblem zu lösen.


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dena preist großspurig ihre Studie zu Chancen der Renewables im Krasnodarer Gebiet

Friday, April 23. 2010

Ich muss noch auf die wichtigtuerischen Darstellungen der Deutschen Energieagentur (kurz: dena) auf der Website der Russisch-Deutschen Energieagentur (kurz: Rudea) eingehen, bevor ich in einem der nächsten Postings auf Forschungs- und Produktionsstätten mit Bezug zur Photovoltaikbranche in Russland eingehen.

Die dena verkündet die Fertigstellung ihrer Studie auf der Website der RUDEA in ihrer Pressemeldung vom 1. Februar 2010 in einem dilettantischen Stil! Ich stelle mir vor, da schreiben Studenten (oder bestenfalls frische Uniabsolventen, die eben Journalismus studiert haben,) über etwas, das sie selbst noch nicht erfahren haben.

Worum geht es?

Auf der Website der dena wird man in Sachen Energie und Russland zu der Plattform "Energieforum.ru" geleitet. Hier erklärt die dena, dass sie sich von der Moskauer Agentur Rufo (Russlandforum) unterstützen lässt. Bei einigen von deren Artikeln auf deren eigenen Webseiten ist mir schon öfter aufgefallen, dass sie manchmal nur Nacherzählungen enthalten von Meldungen/Artikeln aus der russischen Presse, von russischen Nachrichtenagenturen wie RIA Nowosti oder von Sendungen im russischen Fernsehen, wobei diese Quellen oft nicht oder nicht richtig zitiert werden. Webjournalismus und klassischer Journalismus sind hier vermischt, es wird nicht sauber gearbeitet.

Das ist für mich eine Erklärung für Fehler, die ich in der Pressemeldung auf der Website von Rudea gefunden habe bzw. bei der dena. Darauf gehe ich gleich ein.

Großspurig ist die Eigenwerbung auf der Website der dena:

"die dena bringt Erneuerbare auf den Markt"

Nein, sie will (nur) helfen, dass deutsche Unternehmen ihre Produkte in Russland leichter verkaufen, Projekte mitplanen und (mit)installieren und darüber eigene Aufträge aquirieren.

Diese heiße Luft, die hier erzeugt wird, bringt mich etwas in Rage. Weswegen noch (neben dieser Werbebehauptung), erfahren Sie im erweiterten Eintrag. Ich schaue mir ein bisschen näher an, was es mit der Studie und der Tätigkeit der dena in Russland wohl auf sich hat.


Es heißt bei der dena:

"Die russische Regierung hat in einer Verordnung vom 8. Januar 2009 festgelegt, dass bis 2020 der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung von derzeit nicht einmal einem auf 4,5 Prozent erhöht werden soll. Dieses Gesetz bedarf der weiteren Ausgestaltung durch weitere Gesetze mit Regelungen zu Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen."

Es war kein Gesetz. Die Regierung hat am 8. Januar 2009 eine Verordnung erlassen. Die Verordnung ist gemeint.



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