Elektronischer Zahlungsverkehr in Russland 2010 - Innovationen und neue Gesetze

Monday, June 28. 2010

Heute gibt es eine Fortsetzung der von mir übersetzten Serie "Zahlungsverkehr ohne Banken" in Russland, insbesondere Webmoney von Mark Herpel. Zum besseren Verständnis der von mir übersetzten Texte empfehle ich meine Einleitung zu lesen.

Diese Serie erschien auf Americancronicle.com. Der heutige Artikel geht allgemein auf die im Januar 2010 erlassenen Bestimmungen zum elektronischen Zahlungsverkehr in Russland ein.

Bereits im Juni 2009 erließ die russische Regierung Gesetze, die juristischen und natürlichen Personen verbietet, als Zahlungsagent oder Bankzahlungsagent zu agieren und individuellen Personen vorschreibt, bei Zahlungsvorgängen ab 15.000 Rubel sich zu identifizieren. Diese Gesetze traten zum 1. April 2010 in Kraft, also zu einem Datum nach Erscheinen des hier übersetzten Artikels.

Ein Entwurf eines Gesetzes über den nationalen Zahlungsverkehr sollte Anfang 2010 von der Regierung an die Duma zur Diskussion weitergeleitet worden sein. Wie weit man mit den Lesungen darüber ist, habe ich noch nicht recherchiert.

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Zahlungsverkehr ohne Banken, Teil 6: Die Webmoney-Geldbörse

Tuesday, June 22. 2010

Ende 1998/Anfang 1999 arbeitete das Webmoney-Team intensiv an der Perfektionierung des neuen Sicherheits-Online-Zahlungssystems. Die Dienstleistungen, die von diesem System geboten wurden, befriedigten immer mehr das starke Bedürfniss bei der russischen Bevölkerung nach einem bankfreien Zahlungssystem, das nach dem Zusammenbruch des russischen Bankensystems aufgekommen war. Ein wichtiger Punkt zum Verständnis der Entwicklung an der Webmoney-Geldbörse ist die Tatsache, dass nach dem Bankenzusammenbruch 1998 der US-Dollar weithin in Russland als Zahlungsmittel akzeptiert wurde. Damals war der US-Dollar eine alternative Ersatz-Währung und alle lokalen Dienstleister, Verkäufer und Geschäfte akzeptierten den Dollar neben dem Rubel.

Deswegen gab es die erste Internet-Webmoney-Geldbörse (Anm. J.S.: englisch: purse; manchmal andernorts auch übersetzt in: Beutel) in der Währung US-Dollar (kurz: WMZ). Kurz danach wurde dann auch eine Webmoney-Geldbörse mit dem russischen Rubel als Währung (kurz: WMR) aufgelegt. Seit dieser Zeit ist die Dollar-Börse (WMZ) für die russischen Verbraucher sehr populär.

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Zahlungsverkehr ohne Banken, Teil 5: Webmoney und Plastikkarten

Sunday, May 23. 2010

Weiter geht es mit dem nächsten Teil von Mark Herpels Serie über Webmoney. Wie beeindruckt er von dem Unternehmen ist, spiegelt sich in seiner Sprache wieder. Sein Werbejargon könnte bei manchen eher sachlich veranlagten Leser Sättigungsgefühle auslösen. Ich habe seine Aussagen nicht überprüft; etwa die, dass Russen keine großen Kreditkartenbesitzer sind. - Inwieweit trifft das auf die Moskauer und Petersburger Einwohner zu? Wie sehen hierzu die Statistiken aus? Also gehen wir davon aus, dass das Marks persönlicher Eindruck, seine Meinung ist. Deutlich ist aber auch in diesem Teil wieder, dass Mark Herpel besonders vergleicht mit dem, was er in seinem Heimatland USA als Verbraucher gewohnt ist.

Zum besseren Verständnis einiger Aussagen im ersten Absatz dieses Teils im Originaltext habe ich Mark befragt und seine erläuternden Antworten habe ich in diese Übersetzung aufgenommen.

Zum Verstehen dieses aus dem Englischen von mir übertragenen Textes könnte vielleicht meine Einleitung zu dieser Webmoney-Serie behilflich sein.

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Es ist grundsätzlich unmöglich, Geld auf ein Webmoneykonto mit einer Kreditkarte zu übertragen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

  • Russische Verbraucher sind keine großen Kreditkartenbesitzer.
  • Zweitens ist es kompliziert, als Dienstleister oder Verkäufer in den Besitz eines Kontos zu kommen, über das Kreditkartenzahlungen abgewickelt werden können.
  • Aber vor allem wollen unabhängige Wechsel-Agenten für Webmoney-Währungen kein Geld von Kreditkarten annehmen, weil dabei die Gefahr des Betrugs (gerade in Russland) sehr hoch ist, erst recht bei Internetgeschäften.

Auch andere echte Web-Währungen wie e-gold, Pecunix oder Liberty Reserve, bei denen jede Geldübertragung (wie bei Webmoney) endgültig ist (also nicht vom Zahlungsanweisenden rückgängig zu machen), akzeptieren die Aufladung über eine Kreditkarte nicht.

Es ist nie eine kluge Entscheidung, "hartes Geld" wie Webmoney WMZ gegen "weiches Geld" von Kreditkarten oder Schecks einzutauschen. Denn letztere sind betrugsanfällig, weil bei denen die Zahlung rückgängig gemacht werden kann. Deswegen besteht bei Kunden, die mit Kreditkarten zahlen, für den Kaufmann (Währungswechsel-Agenten, Verkäufer oder Dienstleister) ein hohes Verlustrisiko.


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Zahlungsverkehr ohne Banken, Teil 4: Produkte und Services von Webmoney

Sunday, May 9. 2010

Webmoney ist eine Software, die Verbraucher ohne Bankverbindung mit Zahlungs-Providern verbindet, mit Finanzdienstleistern und weltweit agierenden Unternehmen.

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Zahlungsverkehr ohne Banken, Teil 3: Paypal vs. WebMoney

Saturday, May 8. 2010

Russische Banken verlangen deutlich höhere Zinsen für Kredite als sie in Deutschland gebräuchlich sind und lassen sich Überweisungen ins Ausland oder aus dem Ausland teuer bezahlen. Darin sehe ich ein Hindernis für kleine internationale Geschäfte im KMU-Bereich bzw. B2C-Geschäfte. Weil die finanzielle Abwicklung von Geschäften so teuer ist, lohnen sich manche Geschäfte mit russischen Kunden (Versandhandel) nicht, wenn man diese Banken zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs nutzt. Das Sammeln von Forderungen zur gemeinsamen Überweisung (bei dauernden Geschäftsbeziehungen) dauert zu lange für solche, denen es an Eigenkapital und/oder Vertrauen in die Solvenz des russischen Geschäftspartners mangelt.

Ein weiterer Punkt war bis vor nicht allzu langer Zeit, dass vielen Organisationen in Russland nicht erlaubt war, Devisenkonten zu führen. Inzwischen ist aber Bewegung in den Bereich Zahlungsabwicklung in Russland gekommen.

Mark Herpel hat hierzu in Moskau recherchiert und in mehreren Teilen über moderne Zahlungssysteme in und aus Russland geschrieben (zuerst veröffentlicht im Digital Gold Currency Magazine; ich beziehe ich aber auf die Artikel im American Chronicle.). Die Entwicklungen bei den Zahlungsmöglichkeiten mit elektronischem Geld stimulierten ein starkes Anwachsen von Internetkäufen in Russland. Eine Folge davon ist, dass die russische Post mit der Prüfung der Pakete und deren Verteilung nicht mehr nachkommt, zumal die Zollmitarbeiterzahlen nicht ausreichen.

Ich habe mir Herpels Artikel übersetzt, um so (auch mir selbst) einen Überblick zu verschaffen, inwieweit es Alternativen zu der Abwicklung von Geschäften über die teuren russischen Banken gibt und Webmoney zu verstehen, das öfter im Zusammenhang mit Internetkriminalität in einschlägigen Foren erwähnt worden ist.

Heute geht es (im erweiterten Eintrag hier) weiter mit einem Vergleich zwischen dem amerikanischen Zahlungssystem PayPal und dem russischen Zahlungssystem WebMoney.


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