Rosa Taxi im Berliner Krokodil

Friday, March 12. 2010

Ein Freund in Berlin, mit dem (und noch zwei Kumpels) zusammen ich mir vor einem Monat auf Einladung der Belarus Community im "Eigenreich" in der Greifswalder Straße auf der "Belarus Inside Out" ein Bild davon machte, was junge Weißrussen in Berlin über Ihr Land denken, fragte mich vor ein paar Tagen, ob ich nicht Lust hätte, irgendeinen Film im Krokodil anzusehen. Ich verlor das aus den Augen, aber heute entdeckte ich auf dem Ostblog den Trailer zu einem Dokumentarfilm über eine Firma in Moskau, deren Werbung mir schon vor Jahren ab und zu aufgefallen ist: Pinke Taxis für Frauen. Da bin ich jetzt doch neugierig. Der Nahverkehr in russischen Großstädten und "sicher unterwegs sein" sind ja Themen, denen ich besondere Aufmerksamkeit widme. Der Film ist 2008 entstanden.

"Pink Taxi" läuft zur Zeit fast täglich im Kino Krokodil um 20 Uhr. Wir werden uns den Dokumentarfilm also ansehen. Letztens hatte mir derselbe Freund sein noch ungelesenes Buch "Russendisko" von Wladimir Kaminer ausgeliehen (wurde ja mal langsam Zeit dafür). Und dann schlug er vor, dass ich im Sommer mit ihm nach Moskau reise - wegen der hippen Parties.

Na und die Russendisko im Café Burger steht demnächst auch noch auf dem Programm. Zufriedene glückliche Spätaussiedler aus Russland haben mir ja abgeraten, weil da aggressive betrunkene Halbstarke mit lockeren Fäusten herumspringen sollen. Kaminer selbst gibt offen zu, dass ab und zu bei Begleitung wilder osteuropäischer Musik Veilchen verteilt werden. Ich muss da eben durch. Als Berichterstatter über das russische Leben in Berlin kann ich das Café Burger nicht auslassen. Auch die dunklen Seiten der russischen Kultur werden beleuchtet. Immerhin ist das Umfeld hier sicherer um zu trainieren für Moskauer Parties, um dort an die reifen Früchte heranzukommen.

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Fotografierverbote in Parks, Schlössern, Museen, Galerien und Kinos

Wednesday, February 24. 2010

Im Newsletter des Rechtsanwalts Dr. Bahr in Hamburg, der heute zugestellt wurde (er erscheint wöchentlich), wird auf mehrere interesante Gerichtsentscheidungen hingewiesen. In einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Brandenburg an der Havel vorige Woche Donnerstag (18. Februar) geht es um die Rechtmäßigkeit von Fotografierverboten in Parks und von Schlössern, die von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet werden.

Ich mag großflächige Landschaftsparks, aber auch Fotografieren. Ich werde dazu gleich auch noch die Brücke nach Russland schlagen.

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Russischer Film holt Silberne Bären aus Berlin

Sunday, February 21. 2010

Die Berlinale ging gerade zu Ende. Der russische Film "Kak ja prowel etim letom" Auf Deutsch: Wie ich diesen Sommer verbrachte". Dieser Film wurde mit drei Silberne Bären geehrt, dabei mit einem Zwillingsbärenpaar.

Freut mich für den russischen Film. Es gibt in dem Film nur zwei Darsteller. Soviel ich mitbekam, sollte vielleicht erst nur einer den silbernen Bären für seine schauspielerische Leistung bekommen, Grigori Dobrygin. Dann bekamen ihn beide Schauspieler; der zweite heißt Sergej Puskepalis. Wäre doof gewesen für ihn, wenn er leer ausgegangen wäre.


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Neue russische Filme in Berlin während der Woche des russischen Films

Tuesday, December 8. 2009

Vorige Woche (25.11. - 02.12.2009) hatten wir in Berlin die Tage des Russischen Films. Es wurden wieder neue Kinofilme gezeigt, in zwei Kinos. Ich sah mir den Film "Sauerstoff" ("Kislorod") im Haus der Russischen Kultur und Wissenschaften an. In der Nähe der Tür zum Kleinen Saal hingen Filmposter zu alten und neuen russischen Filmen. Das andere Kino war übrigens das Broadway Kino. Auftakt war wieder im "International".

Festivalprogramm für das Russische Haus der Kultur und Wissenschaft in Berlin

Den Film "Sauerstoff" habe ich wahrgenommen als eine R(h)apsody auf die Gebote, die Brutalitäten und Widersprüchlichkeiten im Leben - und Leidenschaften. Der ungefähr 70 Minuten lange Film besteht aus mehreren Kapiteln. Aber die entsprechen nicht den zehn Geboten, so, wie ich das von Kieslowski in Erinnerung habe. Es fängt in einem Studio an. Mikrofon, Hocker, ein schwarzhaariges wuschelköpfiges Mädchen, das durch ihre schwarzrahmige Brille intellektuell wirkt, und ein schlanger kahlgeschorener junger Mann im T-Shirt, der mich an einen Protagonisten aus "Trainspotting" erinnert. Als er nun los-rapt, über sich selbst singt, wie er wahnsinnig in einem nicht voll zurechnungsfähigen Zustand tanzt, bekommt der Zuhörer die Bilder zum Text. Es ist wie Bilderbuch zu Musik angucken. Vidiotisierte Musik sozusagen [oh, vielleicht sollte ich mir den Begriff schützen lassen]. In welches Genre könnte man den Film einordnen?


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Die Donkosaken

Sunday, July 5. 2009

Was ist der Ursprung des Wortes "Kosak"?

Eine Theorie, die Philip Marsden in seinem Buch "The Spirit Wrestlers" (übersetzt ins Deutsche: "Im Land der Federn - Eine kaukasische Reise", erschienen bei Klett Cotta 2001) einen ihm empfohlenen Kosakenexperten in Majkop, Viktor Gregorijewitsch, erzählen lässt, geht wie folgt:

Schild und Fackelhalter am Eingang zum Geschichtsmuseum der Donkosaken in Nowuj Tscherkassk.

"Kosak" stammt von einem alten iranischen Begriff mit der Bedeutung "weißer Hirsch" ab. "sak" oder "sag" war das iranische Wort für Hirsch. Die alten Saka-Völker aus Zentralasien hatten den Hirsch angeblich zu ihrem Totem erwählt. Gruppen von jungen Männern durchstreiften unter dem Banner des Hirsches die Steppe. Weiße Hirsche waren das Standardgeschenk vieler zentralasiatischer Völker an den chinesischen Hof. Es hat Verbindungen zwischen Kosaken und Skythen gegeben. 1898 waren Überreste von dreihundertsechzig geopferten Pferden in der Umgebung eines Grabmals (einem Kurgan) in Majkop gefunden worden. Man fand Vasen, Schilde, Spangen, die mit phantastischen Tiersymbolen verziert waren. Eines der Tiermotive war der prachtvoll gearbeitete, grinsende Pazyryk-Hirsch, mit langgezogenen Geweihen. Man sah ihn auf Brustpanzern und Gürtelschnallen. Auch war er auf blassem Filz gestickt. Man hatte auch Kopfschmuck mit Geweihen aus Gold gefunden. Damit sollten sich die Pferde in der anderen Welt in Hirsche verwandeln können.

Marsden meint schließlich auch persönlich, der Hirsch sei doch das perfekte Symbol für die Kosaken: schnell, kämpferisch und unübersehbar männlich.

Im April 2008 weilte ich einige Tage lang in Rostow am Don. Da erfuhr ich viel über die Geschichte und das Leben der Donkosaken, die hier in der Region seit Jahrhunderten zu Hause sind.

Rostow

Rostow zieht sich 40 km am Don entlang. Es erstreckt sich über sieben Hügel (wie auch Rom und Moskau, weiß Olga, die mich an einem Tag begleitet, zu erzählen).
Das Rostower Gebiet ist in 40 Kreise eingeteilt. Es gibt etwa 20 verschiedene Nationalitäten, z.B. Armenier, Türken, Tataren. Die Armenier hier sind nicht aus Armenien zugewandert, sondern aus der Ukraine, von der Krim aus, undzwar im 18. Jahrhundert, auf Bitte der Zarin Ekaterina. Ebenso die Tataren.
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