Als Individualtourist mit Pkw oder Kleinbus nach Russland fahren - So geht´s

Wednesday, February 10. 2010

Straßenwalze im Ural
Ein Traktor zieht eine Walze auf einer wenig befestigten Straße im Ural
Mein damals, im Dezember 2004, neuer Freund aus der Tatarischen Republik fragte mich bei einem Bummel durch Spandau, was man alles braucht, wenn man in Deutschland einen Pkw kauft und nach Russland ausführen will. Das hatte den Hintergrund, dass ein Freund in seiner Heimatstadt mit Auto-Zubehörteilen handelte. Seine Kunden fuhren auch deutsche Autos. Ob ich nicht gebrauchte Fahrzeuge aus Deutschland beschaffen könnte, wurde ich danach, als ich in Russland weilte, mehrfach gefragt.

Nachdem 2008 die große Wirtschaftskrise ausgebrochen war, wurden in Russland die Einfuhrbedingungen für Autos verschärft, um die einheimische Produktion zu protektieren oder jedenfalls ausländische Autokonzerne dazu zu bewegen, eine Produktion in Russland aufzubauen. Die Einfuhrzölle wurden drastisch erhöht. Da war´s mit den Importieren von PKW für viele erst mal vorbei.

[Ergänzung, 23.2.2010: Jetzt, wo inzwischen die westlichen Autokonzerne Werke in Russland gebaut haben, haben die russischen Verbraucher mehr Auswahl beim Kauf eines neuen Wagens. Aber wenn sie sich nur einen gebrauchten leisten wollen ... da sind die neu in Russland produzierten Marken noch nicht alt genug zum Abgeben. Jetzt soll auch in Russland die Abwrackprämie eingeführt werden. 2009 ist der Absatz an PKW um rund 50 Prozent abgesackt. Der deutsche Wirtschaftsminister Brüderle, der sich gerade einen Dienstwagen bestellt hat, der nur noch 144 g/qcm CO2 ausstößt, gab an seine russische Kollegin Elvira Niabullina die Erfahrungen mit der Abwrackprämie (erste Bilanz der Abwrackprämie mit Stand August 2009 abrufbar unter http://www.bmu.de/verkehr/downloads/doc/44905.php) weiter, als sie sich vorige Woche trafen, las ich auf www.dasautoblog.com . Aber was den zu erwartenden Erfolg damit betrifft, da muss man auch sehen, dass die Arbeitslosigkeit in Russland deutlich stärker durch die Wirtschaftskrise zugenommen hat als Deutschland. Man wird sehen, was daraus wird.]

Ich möchte mal ein paar Informationen zusammen tragen zum Thema Autofahren nach oder innerhalb von Russland. Der Artikel kann auch als Checkliste dienen, für solche, die in Richtung Russland und Ukraine selbst Auto fahren wollen.

Anreise mit eigenem oder Firmen-Fahrzeug

Sie planen eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug oder Firmenfahrzeug (als Journalist, für eine Baufirma, ...)? Das ist mutig. Aber auch vernünftig?

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Russische Pfifferlinge, ukrainischer Krebs

Tuesday, September 15. 2009

Pfifferlinge esse ich gern. Seit Wochen gibt es sie in der Gemüseabteilung des Supermarktes um die Ecke. Nie aus Deutschland, meistens aus Litauen, einmal auch aus Belarus. Aber aus diesen osteuropäischen Ländern will ich keine, wegen des radioaktiv belasteten Bodens nach dem Tschernobyl-Desaster. Die Menschen in Belarus haben doch noch mehr von der radioaktiven Wolke abbekommen als die Einwohner der Ukraine.

Nun, schon lange habe ich keine frischen Pfifferlinge mehr auf meiner Pfanne gehabt. Heute aber sah ich Pfifferlinge aus Russland. Im ersten Moment dachte ich: Nanu, die (von der Supermarktkette) bekommen wohl die Pilze aus Litauen und Belarus nicht verkauft, oder? Ich dachte mir: "Die nimmst Du heute mal mit!" Erinnerte mich daran, wie ich in St. Petersburg auf dem Bürgersteig vor einem Supermarkt von einer Rentnerin selbst gesammelte Pfifferlinge, die auf Zeitungspapier portioniert auslagen, billig kaufte. Eine Portion für meine Freundin und mich für, wenn ich mich recht erinnere, 20 Rubel (damals ungefähr 55 Cent). Die heute dagegen kosteten 1,99 € für eine 200-Gramm-Schale.

Zu Hause angekommen, war ich neugierig, was ich beim Googeln finden würde unter "Pfifferlinge aus Russland". Ich erwartete Beiträge zur radioaktiven Strahlenbelastung. Doch überwiegend fand ich Artikel, die auf einer Warnungsmeldung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Umwelt vom 24.7.2009 basieren. - In den letzten beiden Jahren wurde bei amtlichen Lebensmittelproben in Pfifferlingen aus Osteuropa DEET gefunden, ein Wirkstoff zur Abwehr von Insekten wie Mücken und Zecken. Vor allem in Importen aus Russland.

Ich nehme an, die Pilze sind von einer Plantage. Sonst wäre der logistische Aufwand zu groß, wenn eine Firma mit Exportvertrag mit Abnehmern in Deutschland die von Dorfbewohnern in ihren Wäldern gesammelten Pilze sammelt, denke ich mir. Dann wäre einsehbar, dass sich solche Sammler mit Antimückenspray einreiben und mit solchen Händen die Pilze anfassen. Aber es sollte doch Kontrolleure geben, die für die deutschen Supermärkte prüfen nach Vorgaben, die vertraglich vereinbart sein müssen, wie die Pfifferlinge angebaut und behandelt werden. Etwa so, wie ich das in einem Artikel der Stiftung Warentest über Kaffee gelesen hatte. Da war das aber keine Selbstverständlichkeit, dass die deutsche Lebensmittelkette oder der deutsche Kaffeeröster den Weg der Bohnen bis zur Plantage zurückverfolgte und kontrollierte.

Auf der Grünen Woche in Berlin gibt es russische Firmen, die Beerensaft anbieten, der aus wild in den Wäldern Sibiriens wachsenden Beeren gepresst ist. Der ist auch ziemlich teuer.

Wieviele Bewohner in der Ukraine, in Belarus sind wohl schon nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl an Krebs gestorben, weil sie sich von den Früchten ihres Waldes ernährt haben? Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Wollen Sie es wissen? Es gibt (oder gab) eine junge Ukrainerin, die mit ihrem Motorad durch das Gebiet von Tschernobyl vor ein paar Jahren gefahren ist und die Fahrten auf ihrer Website mit Bildern und Texten dokumentiert hat. Elena nannte ihre Website Kid of Speed.

Letztens erzählte mir ein Berliner, dass sein Neffe in Kiew studiere und schon bald nach seiner Ankunft dort seine Haare anfingen auszufallen. ...

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Ukrainische Weltmeisterbrüder jetzt bei Beckmann

Monday, October 20. 2008

Zu Beckmann kommen sie alle!

Witali ist vor wenigen Stunden aus Kiew angekommen, dort mit Politik beschäftigt. Jetzt bereiten sie in der Ukraine die Europameisterschaft im Fußball im Jahre 2012 vor. Er organisiert da mit.

Sie präsentieren zu Beginn der Sendung, nach ihren Einmarsch, erst mal ihre vier Weltmeistergürtel vor Beckmann und gestehen, nicht mit ihnen schlafen zu gehen.

Unser beliebter Sportmoderator hat sich natürlich gut vorbereitet. 582 mal hat Witali gegen den angeblichen Alptraum aus Nigeria zugeschlagen und 276 mal ins Ziel getroffen. Gute Quote. Beckmann fragt Wladimir, ob Witali tatsächlich die härteste Faust der Welt hat. Wladimir sagt, er weiß es nicht, denn er hat es nie ausprobiert. - Lachen im Saale.

Dann inszeniert Beckmann ein Stegreifspiel, nachdem er sich einen großen Mann aus dem Publikum gesucht hat, der die Rolle vom nigerianischen Herausforderer Peter vorige Woche übernehmen soll. Also, beide sind Linksausleger und haben das linke Bein vorne. "Und dann weiter?", fragt Beckmann. - "So, Wladimir, wir ziehen uns mal zurück ..." - Witali kommt sich etwas komisch vor, das Stehgreif-Theater, dass Beckmann hier einfädeln wollte, klappt nicht. Beckmann muss sich gleich wieder einschalten. Während sie so reden, weiß unser junger Mann aus dem Publikum nicht, wohin mit seinen Armen. Er hält seine Fäuste noch eine Weile vor der Brust, aber da sie kein Schattenboxen machen und er nicht einbezogen ist, lässt er sie dann bald sinken. Peter interessiert Beckmann nicht mehr.

Dann erzählt Witali, dass er manchmal das Ausweichen trainiert, indem er sich seine Arme auf dem Rücken zusammenbinden lässt und nur mit Kopf ausweicht. Dann wird unser Publikumsgast noch mal mit einbezogen und aufgefordert, nach Witalis Kopf zu schlagen. Das ist gemein. Wüssten Sie da in dem Moment, dass sie einen sicheren Auftritt hätten? Er zögert also mit seinen Armstößen in Richtung des Kopfes des Weltmeisters. Witali weicht also aus und gibt ihm einen freundschaftlichen Klapps mit der flachen Hand auf seine Schulter, wohl um den Respekt des Publikumsgastes vor ihm wissend.

Wladimir betont, dass Boxen die älteste Sportart ist, Sportart mit Regeln mit denen das dann geregelt wird. Boxen ist wie Leben, mit viel Risiko. Mmhhmmm, jaaa, da ist wohl was dran. Wenn man auf dem Boden ist, muss man die Kräfte haben aufzustehen.

Sie werden gefragt, was die Familie dachte über seinen Wunsch zum Comeback. Sie waren nicht gerade begeistert. Sie wissen ja, Hochleistungssport birgt die Gefahr von Verletzungen. Und in der Vorbereitung trainiere ich hundert Runden und laufe hunderte Kilometer...

Wladimir macht Werbung für Witali als Politiker der Ukraine. Der hat vieles Nützliches, was den ukrainischen Politikern fehlt, Offenheit, Weitsicht. Er ist einer, der viel in der Welt herumgekommen ist, ...

Witali ist noch jung genug für eine Politikerkarriere und viel Optimismus und ist überzeugt, mit seinem Bruder zusammen irgendwann schaffen sie es. Er will ja Bürgermeister von Kiew werden.

Nächster Kampf am 13. Dezember: Wladimir kämpft gegen den ungeschlagenen Powetkin.

Beckmann schlägt vor, beide Klitschkos kämpfen zusammen gegen Schagajew und Walujew, Weltmeister anderer Boxverbände. Ist gespannt, Witali gegen den Riesen Walujew zu sehen.

So, dann geht es um Stil, denn Wolfgang Joop wird hereingebeten ...

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Linienbusreise von Leipzig nach Rostow am Don

Saturday, June 28. 2008

Dieser Artikel gibt die Erlebnisse und Erfahrungen während meiner Reise mit dem Transportunternehmen Redraytrans von Leipzig nach Rostow am Don und zurück im Frühjahr 2008 wieder. Er hilft Ihnen einzuschätzen, ob sie eine Busfahrt durch Polen und die Ukraine bis nach Südrussland auf sich nehmen können oder nicht.

Oder speziell gerade mit diesem Transportunternehmen. Lesen Sie über die Passagiere, die Busfahrer, die Grenzbeamten, über die Stimmung im Bus, Fahrplaneinhaltung, Korruption, Reisekomfort und Fahrtpausen.

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Suche eines Linienbusses nach Südrussland - Erfahrungsbericht

Wednesday, June 25. 2008

Bei welchem Reisebüro oder welcher Linienbus-Firma soll man eine Busfahrt in die Ukraine oder nach Russland buchen? Lesen Sie hier, was mir bei der Suche nach dem terminlich passenden Bus alles passierte, wie kompetent und freundlich ich von den Mitarbeitern und Inhabern der Transportunternehmen oder Reisebüros beraten und bedient wurde und welche Zusammenhänge ich zwischen manchen Unternehmen aufdeckte.

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