Zahlungsverkehr ohne Banken, Teil 5: Webmoney und Plastikkarten

Sunday, May 23. 2010

Weiter geht es mit dem nächsten Teil von Mark Herpels Serie über Webmoney. Wie beeindruckt er von dem Unternehmen ist, spiegelt sich in seiner Sprache wieder. Sein Werbejargon könnte bei manchen eher sachlich veranlagten Leser Sättigungsgefühle auslösen. Ich habe seine Aussagen nicht überprüft; etwa die, dass Russen keine großen Kreditkartenbesitzer sind. - Inwieweit trifft das auf die Moskauer und Petersburger Einwohner zu? Wie sehen hierzu die Statistiken aus? Also gehen wir davon aus, dass das Marks persönlicher Eindruck, seine Meinung ist. Deutlich ist aber auch in diesem Teil wieder, dass Mark Herpel besonders vergleicht mit dem, was er in seinem Heimatland USA als Verbraucher gewohnt ist.

Zum besseren Verständnis einiger Aussagen im ersten Absatz dieses Teils im Originaltext habe ich Mark befragt und seine erläuternden Antworten habe ich in diese Übersetzung aufgenommen.

Zum Verstehen dieses aus dem Englischen von mir übertragenen Textes könnte vielleicht meine Einleitung zu dieser Webmoney-Serie behilflich sein.

***

Es ist grundsätzlich unmöglich, Geld auf ein Webmoneykonto mit einer Kreditkarte zu übertragen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

  • Russische Verbraucher sind keine großen Kreditkartenbesitzer.
  • Zweitens ist es kompliziert, als Dienstleister oder Verkäufer in den Besitz eines Kontos zu kommen, über das Kreditkartenzahlungen abgewickelt werden können.
  • Aber vor allem wollen unabhängige Wechsel-Agenten für Webmoney-Währungen kein Geld von Kreditkarten annehmen, weil dabei die Gefahr des Betrugs (gerade in Russland) sehr hoch ist, erst recht bei Internetgeschäften.

Auch andere echte Web-Währungen wie e-gold, Pecunix oder Liberty Reserve, bei denen jede Geldübertragung (wie bei Webmoney) endgültig ist (also nicht vom Zahlungsanweisenden rückgängig zu machen), akzeptieren die Aufladung über eine Kreditkarte nicht.

Es ist nie eine kluge Entscheidung, "hartes Geld" wie Webmoney WMZ gegen "weiches Geld" von Kreditkarten oder Schecks einzutauschen. Denn letztere sind betrugsanfällig, weil bei denen die Zahlung rückgängig gemacht werden kann. Deswegen besteht bei Kunden, die mit Kreditkarten zahlen, für den Kaufmann (Währungswechsel-Agenten, Verkäufer oder Dienstleister) ein hohes Verlustrisiko.


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Trinkwasser und Badewasser aus Leitungen in Russland

Sunday, March 21. 2010

Quellwasser läuft über Rinne
Quellwasser im Walde hinter Sotschi, bei den Smejkowski-Wasserfällen

Es geht hier nicht darum, einfach nur ein Beispiel anzuführen, wie schlecht die Infrastruktur in Russland ist. Schlechtes, schädliches, krank machendes Wasser gibt es auch oft genug in den westlichen Industrieländern. So wurde Mitte Dezember 2009 in einem Verbrauchermagazin des Deutschlandfunks über ein nicht funktionierendes (oder gar mehrere) Klärwerk(e) in Brüssel gesprochen. Die Folge war (und ist?), dass die Fäkalien ungeklärt in Flüsse gelangen und in die Nordsee. Und das nicht nur über Stunden oder wenige Tage.

Und in den USA leiden etwa 65 Millionen Menschen an ungesundem, chemisch stark belasteten Trinkwasser. Die Gesundheitsbehörden unternehmen keine wirksamen Schritte bzw. wird nicht in notwendige Kläranlagen investiert. Ein Beispiel ist Wasser, welches mit Mangan belastet ist, nachdem es in der Stahlindustrie genutzt wurde. Viele Kinder werden krebskrank und sterben unter Qualen.

Das sei mal vorweg geschickt, wenn ich heute, am Weltwassertag, über die Qualität des Trinkwassers an ausgewählten Orten in Russland sinniere.


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Als Individualtourist mit Pkw oder Kleinbus nach Russland fahren - So geht´s

Wednesday, February 10. 2010

Straßenwalze im Ural
Ein Traktor zieht eine Walze auf einer wenig befestigten Straße im Ural
Mein damals, im Dezember 2004, neuer Freund aus der Tatarischen Republik fragte mich bei einem Bummel durch Spandau, was man alles braucht, wenn man in Deutschland einen Pkw kauft und nach Russland ausführen will. Das hatte den Hintergrund, dass ein Freund in seiner Heimatstadt mit Auto-Zubehörteilen handelte. Seine Kunden fuhren auch deutsche Autos. Ob ich nicht gebrauchte Fahrzeuge aus Deutschland beschaffen könnte, wurde ich danach, als ich in Russland weilte, mehrfach gefragt.

Nachdem 2008 die große Wirtschaftskrise ausgebrochen war, wurden in Russland die Einfuhrbedingungen für Autos verschärft, um die einheimische Produktion zu protektieren oder jedenfalls ausländische Autokonzerne dazu zu bewegen, eine Produktion in Russland aufzubauen. Die Einfuhrzölle wurden drastisch erhöht. Da war´s mit den Importieren von PKW für viele erst mal vorbei.

[Ergänzung, 23.2.2010: Jetzt, wo inzwischen die westlichen Autokonzerne Werke in Russland gebaut haben, haben die russischen Verbraucher mehr Auswahl beim Kauf eines neuen Wagens. Aber wenn sie sich nur einen gebrauchten leisten wollen ... da sind die neu in Russland produzierten Marken noch nicht alt genug zum Abgeben. Jetzt soll auch in Russland die Abwrackprämie eingeführt werden. 2009 ist der Absatz an PKW um rund 50 Prozent abgesackt. Der deutsche Wirtschaftsminister Brüderle, der sich gerade einen Dienstwagen bestellt hat, der nur noch 144 g/qcm CO2 ausstößt, gab an seine russische Kollegin Elvira Niabullina die Erfahrungen mit der Abwrackprämie (erste Bilanz der Abwrackprämie mit Stand August 2009 abrufbar unter http://www.bmu.de/verkehr/downloads/doc/44905.php) weiter, als sie sich vorige Woche trafen, las ich auf www.dasautoblog.com . Aber was den zu erwartenden Erfolg damit betrifft, da muss man auch sehen, dass die Arbeitslosigkeit in Russland deutlich stärker durch die Wirtschaftskrise zugenommen hat als Deutschland. Man wird sehen, was daraus wird.]

Ich möchte mal ein paar Informationen zusammen tragen zum Thema Autofahren nach oder innerhalb von Russland. Der Artikel kann auch als Checkliste dienen, für solche, die in Richtung Russland und Ukraine selbst Auto fahren wollen.

Anreise mit eigenem oder Firmen-Fahrzeug

Sie planen eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug oder Firmenfahrzeug (als Journalist, für eine Baufirma, ...)? Das ist mutig. Aber auch vernünftig?

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Botschaften - moderne trojanische Burgen mit Zugängen zu Sümpfen

Tuesday, November 17. 2009

Eine Meldung bei Russland Aktuell heute erregt mein Gemüt, so dass ich hier spontan meinen Unmut ausdrücken will. In Moskau hat ein Deutscher mit Diplomatenpass zwei Jugendliche totgefahren und dafür ist er gerade von einem deutschen Gericht lediglich zu einer Strafe von einem Jahr Gefängnis zur Bewährung verurteilt worden! Das ist ein böser Witz. Das passt nicht zum Attribut Rechtsstaat. Da rast einer durch die Stadt mit über Hundert Kilometer pro Stunde, dem Zebrastreifen egal sind und es kommt, wie es kommen musste. Ein 19-jähriger Student und seine 18-jährige Freundin Zwei Studenten, 17 und 19 Jahre alt, überquerten den Prospekt Wernadskogo im Südwesten der Hauptstadt auf einem Zebrastreifen zur falschen Zeit.

Ich weiß nichts weiter von dem Gerichtsurteil außer der Meldung von Russland aktuell, aber nahe liegt doch wohl wenigstens eine fahrlässige Tötung. Wenn diese vom Gericht festgestellt worden sein sollte, frage ich mich, ob die Strafe deshalb so milde ist, weil das Gericht meinte, die Studenten hätten ja selbst mit Schuld, weil sie nicht aufgepasst haben, zumal in Moskau und St. Petersburg, wo sowieso viel rücksichtsloser gegenüber Fußgängern gefahren wird; und das müsste den Studenten bekannt gewesen sein.

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Nah an der Ohnmacht - allein gelassen und keine Hilfe in Sicht

Tuesday, August 4. 2009

Wer häufig allein ins Ausland außerhalb Zentral- und Westeuropas reist, hat wahrscheinlich schon Situationen durchlitten, in denen die ganze Reise oder die eigene Gesundheit auf dem Spiel steht; Situationen, in denen das eigene Wohl und Wehe von der Entscheidung einer fremden Person abhing.

Wie kann man die Chancen auf einen Erfolg seiner Reise, also auch auf die Vermeidung solcher Abhängigkeiten erhöhen?

Diese Frage kam mir vor ein paar Tagen, als ein Bekannter so ein Erlebnis der Aufgeschmissenheit erzählte:


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